Tilo Prase (Leipzig): Die Manipulationen des Filmemachers Karl-Eduard von Schnitzler. Visiotype und Argumentationsmuster in Dokumentationen zur Deutschlandgeschichte

 

Die historischen Dokumentationen von Karl-Eduard von Schnitzler, des Chefkommentator des DDR-Fernsehens, erweisen sich als Musterbeispiele eines praktizierten filmischen Konstruktivismus, indem sie ideologische Vorstellungen audiovisuell kompilierten. Schnitzler ging es um ein zweckdienliches Konstrukt von Faschismus mit dem Großkapital und seiner  Marionette Adolf Hitler auf der Bühne. In den Filmdokumentationen zitierte Schnitzler  dafür Dokumente höchst selektiv und verschränkte sie mit manipuliertem Material, einschließlich Fälschungen. Die Studie untersucht an Hand der Filmdokumentationen zur deutschen Geschichte die Argumentation zum Faschismus als einer Phase des Imperialismus und die visuelle Stereotypisierung von Hitler als den Beauftragten des  Großkapitals.    

 

 

In audiovisually compiling ideological conceptions, the historical documentaries by Karl-Eduard von Schnitzler, chief-commentator of the East German television, turn out to be perfect examples of a practiced cinematic constructivism. Schnitzler created an expedient construction of fascism with big business and its marionette Adolf Hitler on stage. In the documentaries Schnitzler cited documents highly selectively and combined them with manipulated material, including forgeries. The study investigates, using the example of the documentary films about German history, the argument that fascism was a phase of imperialism and the visual stereotyping Hitler as the agent of big business.

 

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