Jürgen
Wilke (Mainz): Vom stationären zum mobilen Rezipienten. Entfesselung der
Kommunikation von Raum und Zeit – Symptom fortschreitender Medialisierung
Der Artikel verfolgt, wie aus dem »stationären«
Rezipienten zunehmend auch ein »mobiler« Rezipient der
(Massen-)Kommunikation geworden ist. Voraussetzung dafür war die
gesellschaftliche Mobilisierung vor allem durch die modernen Verkehrsmittel.
Durch die Eisenbahn kam es zur Mobilisierung des Lesens von Zeitungen und
Zeitschriften, durch das Auto und das Transistorradio zur Mobilisierung des
Hörens. Inzwischen können aber auch das Fernsehen und das Internet
unterwegs genutzt werden. Das Mobiltelefon hat das Fernsprechen von der
räumlichen Bindung entfesselt. Außer den historischen Etappen dieser
Entwicklung werden auch die Medienangebote für mobile Rezipienten
beschrieben sowie die mobile Mediennutzung untersucht. Eingegangen wird ferner
auf die rechtliche und soziale Normierung der mobilen Kommunikation. Der
Artikel ist ein Beitrag zur Dokumentation der fortschreitenden Medialisierung
des menschlichen Lebens.
The article gives an overview of how the »stationary« recipient has become a »mobile« recipient of (mass)communication. The precondition for that was the mobilization of society by the modern means of transport. The railway mobilized the reading of press products; the automobile and the transistor radio mobilized the hearing of audio programmes. Meanwhile even television and the Internet can be used on one’s way. The cellular phone has unleashed speaking with others from being bound to a distinct place. Not only are the steps in this development investigated, but also the media supplies available to mobile citizens and their use of them. The article also discusses the legal and social norms for mobile communication. The article is a contribution to the documentation of the ongoing process of medialization of human life.