Elad Lison (Ramat GAN): The
Philosophical Assumptions Underlying LeibnizÕs Use of the Diagonal Paradox in
1672
Im November 1672 schloss Leibniz, dass ein
Kontinuum nicht aus Punkten besteht. Der Beweis, der als Diagonal-Paradox
Bekanntheit erlangte, wurde von Leibniz vorgebracht, nachdem er die Existenz
einer unendlichen Zahl verneint hatte. Vor kurzem haben mehrere Kommentatoren
darzustellen versucht, dass der LeibnizÕsche Beweis, unter dem Aspekt von Cantors
Mengenlehre und seiner Lehre von den Kardinalzahlen gesehen, nicht stichhaltig
sei. In diesem Artikel unternehme ich den Versuch, die philosophischen
Annahmen, denen LeibnizÕ Gebrauch des Diagonal-Paradox unterliegt,
offenzulegen, um zu zeigen, dass eine solche Kritik unmšglich ist. Die Kritik
grŸndet sich auf die Forderung, zwischen zwei Wegen, Grš§en miteinander zu
vergleichen, zu unterscheiden; jedoch hatte Leibniz solch eine Unterscheidung
schon im Sinn, die er 1672 aber vermeiden wollte. Gegen Ende 1670 dachte
Leibniz, dass ein Weg existiere, ein Kontinuum aus Punkten durch eine
Unterscheidung zwischen der Ausdehnung eines Kšrpers und seiner Grš§e
zusammenzusetzen. Diese Unterscheidung erlaubte es Leibniz ebenfalls,
verschiedene Grš§en gleichzusetzen und somit dem Diagonal-Paradox auszuweichen.
Im November 1672 versuchte Leibniz jedoch, diese Unterscheidung zwischen
Ausdehnung und Grš§e zu vermeiden, weil er davon Ÿberzeugt war, dass eine
unendliche Zahl nicht mšglich ist, was ihn dazu brachte, den Punkt als einen
Bestandteil des Kontinuums zu verneinen.
>
zurŸck zur homepage
>
zurŸck zum Gesamtinhaltsverzeichnis