andreas blank (paderborn): Justice and the Eclecticism of Protestant Ethics, 1580-1610

 

Theorien von Gerechtigkeit als einer ethischen Tugend spielen eine gro§e Rolle in der protestantischen Ethik vor dem Drei§igjŠhrigen Krieg. Eines der hervorstechenden Merkmale dieser Theorien ist ihr eklektischer Charakter: Sie verbinden Elemente aus verschiedenen Traditionen der antiken Tugendethik, vor allem der platonischen, aristotelischen und stoischen. Die Gerechtigkeitstheorien von protestantischen Philosophen wie Rudolph Goclenius, Clemens Timpler und BartholomŠus Keckermann illustrieren gut dokumentierte Merkmale des frŸhneuzeitlichen Eklektizismus wie die Rolle der Reinterpretation von ausgewŠhlten LehrstŸcken und die konziliatorische Strategie, scheinbare WidersprŸche zwischen verschiedenen Traditionen aufzulšsen. DarŸber hinaus illustrieren sie aber auch ein weniger gut dokumentiertes Merkmal des frŸhneuzeitlichen Eklektizismus, nŠmlich seine Funktion als philosophische Problemlšsungsstrategie. Dieser Artikel versucht zu zeigen, wie Goclenius, Timpler und Keckermann einerseits Elemente aus den platonischen (und stoischen) Traditionen nutzen, um diagnostizierte Probleme in der aristotelischen Tradition zu beheben und andererseits Elemente aus der aristotelischen Tradition verwenden, um Probleme in der platonischen Tradition zu lšsen.

 

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