Page 27

NNV91_FranzSteinerVerlag

25 Frühe Neuzeit Frühe Neuzeit 2016 XII, 318 Seiten mit Ausklappseite € 38,– 978-3-515-11626-8 e-book 978-3-515-11611-4 kartoniert 2016 X, 274 Seiten mit 2 s/w- und 19 Farb-Abbildungen sowie 19 Tabellen € 42,– 978-3-515-11487-5 kartoniert Eva-Maria Dickhaut / Daniel Geißler / Birthe zur Nieden / Eva-Maria Vering / Jörg Witzel (Bearb.) Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Hennebergischen Gymnasialbibliothek in Schleusingen MARBURGER PERSONALSCHRIFTENFORSCHUNGEN – BAND 58 Mit der Erschließung der Hennebergischen Gymnasialbibliothek in Schleusingen wendet sich die Forschungsstelle für Personalschriften einem Bestand zu, der insbesondere für die Erforschung thüringischer und fränkischer Regionalgeschichte der Frühen Neuzeit von hohem Interesse ist. In der im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg aufbewahrten Büchersammlung konnten in 561 Einträgen Leichenpredigten und sonstige Trauerschriften ermittelt werden, die nicht nur zahlreiche Facetten damaliger Lebenswelten zutage treten lassen, sondern auch eher unerwartete Informationen bereithalten – etwa zu klimageschichtlichen Aspekten. Beispielsweise berichtet eine „Einfeltige Wetterpredigt“ ausführlich über eine verheerende Flutwelle in Rohr bei Meiningen, der im April 1607 mehrere Menschen zum Opfer fielen, darunter eine vierköpfige Familie, die unter den Trümmern ihres eingestürzten Wohnhauses ertrank. Neben dem Bericht einer Überlebenden und der „Beschreibung des grossen Wasserschadens“ enthält die Predigt unter anderem auch eine – gereimte – Aufzählung der entstandenen materiellen Schäden. Dominik Motz Memoria im Duodezformat Funeraldrucke des Hauses Waldeck als Medien dynastischer Erinnerung MARBURGER PERSONALSCHRIFTENFORSCHUNGEN – BAND 57 Während heute das Andenken an Verstorbene durch Todesanzeigen oder Nachrufe wachgehalten wird, griff man in der Frühen Neuzeit vor allem auf das Medium des Funeraldrucks zurück. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form der Gelegenheitsliteratur, die anlässlich des Todes eines Menschen entstand. Die schon früh als Sammelobjekte geschätzten Drucke wurden zwischen 1550 und 1800 vorwiegend vom Adel und dem wohlhabenden Bürgertum in Auftrag gegeben und als papierne Denkmäler an Verwandte, Bekannte und Freunde versandt. Aufgrund ihrer vielfältigen Formen und Bestandteile beschäftigen sich die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen mit diesen historischen Quellen. Im Unterschied zu bisher dominierenden Forschungsschwerpunkten richtet die vorliegende Dissertation nun erstmals den Fokus auf den Funeraldruck in seiner Funktion als kollektives Gedächtnismedium. Dabei steht vor allem die Frage im Zentrum, ob Funeraldrucke in der Lage sind, in einer sozialen Gruppe über Zeit und Raum hinweg Identität zu stiften. Am Beispiel des hochadeligen Hauses Waldeck werden sowohl Produktion als auch Rezeption der Schriften innerhalb dieser Dynastie untersucht.


NNV91_FranzSteinerVerlag
To see the actual publication please follow the link above