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50 Pierre Pfütsch Das Geschlecht des „präventiven Selbst“ Prävention und Gesundheitsförderung in der Bundesrepublik Deutschland aus geschlechterspezifischer Perspektive (1949–2010) MEDIZIN, GESELLSCHAFT UND GESCHICHTE – BEIHEFT 63 Prävention und Gesundheitsförderung avancierten spätestens seit den 1970er Jahren in einem immer teurer werdenden Gesundheitssystem zu einem zentralen Leitgedanken der Gesundheitspolitik. Mit der Frage nach dem „präventiven Selbst“ stellt Pierre Pfütsch seine Forschungen in den Kontext von Biopolitik und Gouvernementalität, die gegenwärtig in der zeitgeschichtlichen, soziologischen und gesundheitswissenschaftlichen Diskussion zu Prävention das herrschende Paradigma sind. In den Fokus rücken dadurch die komplexen Interaktionen zwischen den verschiedenen Akteuren und das spezifische Interesse der adressierten historischen Subjekte. Pfütsch geht davon aus, dass in der Gesellschaft bestehende Geschlechterleitbilder Auswirkungen auf ein inkorporiertes Selbsthandeln von Männern und Frauen haben. Er analysiert die Geschlechterspezifik von Präventionsangeboten verschiedener Akteure, wie der staatlichen Gesundheitsaufklärung, der Volkshochschulen oder der privaten Gesundheitsbranche. Auf diese Weise arbeitet er die im Kontext der Gesundheitsprävention vorherrschenden Geschlechterbilder in Westdeutschland heraus und verortet sie in ihrem historischen Kontext. Aus dem Inhalt Die Frau als Hauptadressatin der Gesundheitsaufklärung (1950–1969) | Der Mann als Negativbeispiel: Die Entstehung des Defizitdiskurses (1970–1979) | Die Entdeckung der Männer als Zielgruppe für Prävention (1980–1989) | Ausdifferenzierung der geschlechterspezifischen Präventionskonzepte (1990–1999) | Gender Mainstreaming und Pluralisierung in der Präventionsarbeit (2000–2010) | Das Geschlecht des „präventiven Selbst“ Prävention und Gesundheitsförderung in der Bundesrepublik Deutschland aus geschlechterspezifischer Perspektive (1949–2010) von Pierre Pfütsch MedGG-Beiheft 63 Der Autor Pierre Pfütsch studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Mannheim. Er promovierte im Fach Geschichte von 2012 bis 2016 an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim. Seit Oktober 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Zeitgeschichte der Medizin, Geschlechtergeschichte und die Geschichte medizinischer Berufe. 2017 Fazit | Quellen- und Literaturverzeichnis 399 Seiten mit 24 s/w- und 22 Farb- Abbildungen sowie 64 Tabellen € 62,– 978-3-515-11640-4 e-book 978-3-515-11638-1 kartoniert MedGG-Beiheft Franz Steiner Verlag Stuttgart Das Geschlecht des „präventiven Selbst“ 63 Medizingeschichte


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