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Kurztext
In Analogie zum deutschen Wissenschaftsbetrieb insgesamt verstand sich die 1920 als Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft gegründete DFG über Jahrzehnte hinweg als politiknahe Förderungsinstanz einer national akzentuierten Forschung.
Die Autoren veranschaulichen den zunächst revisionistischen, nach 1933 rassistisch-expansionspolitischen und schließlich abendländisch-konservativen Kurs der Forschungsgemeinschaft auf den Feldern der Natur- und Technikwissenschaften, der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Medizin- und Biowissenschaften. Überblicke zur Organisationsgeschichte der Forschungsgemeinschaft und die disziplinübergreifenden Beiträge der Herausgeber werfen darüber hinaus Fragen nach der Liberalisierung der deutschen Forschung und ihrer außerstaatlichen Finanzierung in den 1960er Jahren auf.
Karin Orth, geb. 1963.
1984–1989: Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Soziologie und Politologie in Frankfurt am Main und an der Freien Universität Berlin; Studienaufenthalte in Ghana, Israel und Polen.
1990–1993: Wissenschaftliche Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Durchführung eines lebensgeschichtlichen Befragungsprojektes mit über einhundert Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager in zehn europäischen Ländern, Israel und den USA.
1994—1997: Wissenschaftliche Angestellte der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Durchführung eines Forschungsvorhabens zu den SS-Tätern in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Promotion an der Universität Hamburg, Lehrbeauftragte der Universität Hamburg.
1998–2001: Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Historisches Seminar der Universität Freiburg, Durchführung eines Forschungsvorhabens zur Geschichte und Struktur der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
2001–2010: im Wissenschaftsmanagement und in der Beratung tätig. Geschäftsführerin der Internationalen Graduiertenakademie der Universität Freiburg und zuvor Wissenschaftliche Koordinatorin der Forschergruppe zur "Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1920–1970 (Berlin, Dresden, Freiburg, Heidelberg, München)".
Seit Juni 2010: Wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl, Durchführung eines Forschungsvorhabens zum Umgang der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit jüdischen und politisch mißliebigen Wissenschaftlern 1920–1970.
[Von Karin Orth erschienene Publikationen]
Willi Oberkrome, geb. 1959, Studium der Geschichte, Germanistik und Pädagogik an der Universität Bielefeld.
1992 Promotion.
1993 bis 1999 Post-Dok-Stipendiat und Wissenschaftlicher Mitarbeiter des ‚Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte‘ in Münster.
2000 bis 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte des Historischen Seminars der Albert Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.
2002 Habilitation.
Seither verschiedene Lehrstuhlvertretungen.
[Von Willi Oberkrome erschienene Publikationen]
ISSN 1861-1478
Herausgegeben von Rüdiger vom Bruch und Ulrich Herbert.
Im Frühjahr 2000 berief der damalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Ludwig Winnacker, eine Arbeitsgruppe, die in einem ersten Gespräch Wege und Möglichkeiten der Erforschung der Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkundete. Nach Abschluß des ersten Gesprächs bat der Präsident die Professoren vom Bruch (Berlin) und Herbert (Freiburg) darum, die Leitung des Forschungsprojekts zur Geschichte der DFG zu übernehmen. Auf der Grundlage einer intensiven Archivrecherche wurde ein gestuftes Forschungsprogramm erarbeitet und im Frühjahr 2001 mit einer Gruppe von Experten beraten. Ihm liegen drei Leitlinien zugrunde: Erstens liegt besonderes Gewicht auf der NS-Herrschaft, ohne jedoch die Zeit der Diktatur zu isolieren. Vielmehr soll die Forschungspolitik der DFG während der NS-Zeit in die längerfristigen Trends von allgemeiner und Forschungspolitik eingeordnet werden. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von den 1920er bis in die 1970er Jahre. Zweitens werden die einzelnen von der DFG geförderten Forschungsprojekte nicht in erster Linie im organisations- und verwaltungsgeschichtlichen Sinne untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf den Forschungsaktivitäten selbst, ihrem wissenschafts- und politikgeschichtlichen Kontext sowie ihrer Bedeutung auch im Hinblick auf internationale Forschungstrends und -standards. Drittens geht es nicht um eine rein disziplingeschichtliche Ausrichtung. Vielmehr sollen fächerübergreifende Entwicklungen herausgearbeitet und exemplarische wissenschaftliche Projekte, Ansätze, Diskurse sowie Biographien untersuchen werden. Eine auch nur annähernde Vollständigkeit der Fächer und Disziplinen ist dabei nicht zu realisieren. Es kommt stattdessen vor allem darauf an, exemplarische Themen und Entwicklungen herauszuarbeiten. Das Gesamtprojekt organisiert zudem eine Reihe von Symposien zu Einzelthemen, um die Geschichte der DFG-geförderten Projekte in den Kontext der allgemeinen und der fächerbezogenen Wissenschaftsgeschichte einzuordnen. Die Erträge der Tagungen erscheinen in Sammelbänden in der Reihe Beiträge zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft, während in den Studien zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft Einzelergebnisse publiziert werden.
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