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Otfried Lieberknecht

Allegorese und Philologie

Überlegungen zum Problem des mehrfachen Schriftsinns in Dantes "Commedia"

1. Auflage 1999.

Kartoniert
ISBN 978-3-515-07326-4

Kurztext

Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Klärung der Kontroverse, ob Dante von den Lesern seiner Commedia die Auslegung eines mehrfachen Schriftsinns nach dem Vorbild der allegorischen Bibelexegese erwartete. Unter Eingrenzung der Frage auf das intendierte Textverständnis einer Elite theologisch versierter Leser wird ein Lösungsansatz entwickelt, der Techniken mittelalterlicher Allegorese mit philologischer Quellenkritik koordiniert. Ausgangspunkt sind intertextuelle Bezüge, bei denen die in der Commedia behandelten Dinge und Personen vermittels signifikanter sachlicher Analogien auf biblische Subthemen verweisen und zugleich Inhalte aus deren traditioneller Exegese re-inszenieren.

Inhalt: Das Problem der Allegorie und Dantes Publikumserwartung – Deutungsansätze der Danteforschung – Biblischer Subtext und allegorischer Sinn am Beispiel von Paradiso 10/12 – Zur Identifizierung der bibelexegetischen Quellen – Sonderprobleme der Zahlenallegorese – Bibliographischer Anhang – Indizes

"This book reflects the very best in Germanic philological tradition. In addition, it is thoroughly in dialogue with American Dante scholarship, from which in fact Lieberknecht takes his lead. A brief look at the bibliography will show that the study is steeped in the exegetical traditions of both the patristic and medieval periods. Lieberknecht has explored deeply the medieval commentary tradition on the Bible, combing the huge body of exegesis that id often ignored by scholars, whether in literature or theology." Speculum – A Journal of Medieval Studies

"Mit Allegorese und Philologie hat der Verf. das allegorische Konstitutionsprinzip der Commedia sowie der vorrangige Bedeutung von Bibel und Bibelexegese als Sinnhorizont für die allegorische Struktur noch einmal evident gemacht und ein differenziertes analytisches Rüstzeug für entsprechende Interpretationen etabliert, wobei die Leistungsfähigkeit und der wegweisende Charakter des von Lieberknecht entfalteten Modells außer Frage stehen dürfte." Deutsches Dante-Jahrbuch

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