Titel

Werner Rieß

Apuleius und die Räuber

Ein Beitrag zur historischen Kriminalitätsforschung

Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien
Band 35

1. Auflage 2001.
IV, 463 S. Gebunden

€ 83,00

ISBN 978-3-515-07826-9

Abstract

Der lateinische Autor Apuleius von Madauros (ca. 125–170 n. Chr.) hat in seinem Roman, den Metamorphosen, die ausführlichsten Räuberdarstellungen der lateinischen Literatur hinterlassen. Bis heute ist die Frage nach ihrer Authentizität ungeklärt. Sie kann nur beantwortet werden, indem dem fiktionalen Räuberbild des Apuleius ein sozialhistorisch zuverlässiges Bild der antiken Räuber gegenübergestellt wird.

Das Heranziehen der Soziologie des abweichenden Verhaltens deckt grundlegende Strukturen der Kriminalität im Imperium Romanum auf; die Berücksichtigung von Fragestellungen der historischen Kriminalitätsforschung der Frühen Neuzeit rückt die römische Gesellschaft in den Kontext vormoderner Agrargesellschaften und entwirft ein umfassendes Tableau des römischen Räuberwesens. Zum ersten Mal ist es dadurch möglich, das Räuberbild eines antiken Autors auf verschiedenen Ebenen zu analysieren und somit einen Einblick in seine Schreibpraxis zu gewinnen.

In einem abschließenden Kapitel wird die grundsätzliche Problematik der Vermittlung zwischen Realität und Text literaturwissenschaftlich-philosophisch untersucht. Damit werden nicht nur die gewonnenen Ergebnisse theoretisch untermauert, sondern die komplexen Beziehungen zwischen Historie und Fiktion anhand des antiken Beispiels deutlicher greifbar als dies bislang in der Fiktionalitätsforschung geschehen ist. Mit Registern.

"… das Buch ist von einer überwältigenden Gelehrsamkeit, und es lohnt sich jederzeit, darin herumzustöbern. Es ist eine wahre Fundgrube! Rez. sagt voraus, dass sich in absehbarer Zeit kein anderer Autor mehr auf diese 'abgegraste Weide' begeben wird." Geschichte, Politik und ihre Didaktik

"Riess has an excellent eye for narrative structure and the way Apuleius shapes his depiction of robbers to serve the larger patterns of his story… The book is a welcome addition to our understanding of the novel and its relation to the Roman realities of the second century A.D." Classical World