Titel

Marietta Horster

Bauinschriften römischer Kaiser

Untersuchungen zu Inschriftenpraxis und Bautätigkeit in Städten des westlichen Imperium Romanum in der Zeit des Prinzipats

Historia – Einzelschriften
Band 157

1. Auflage 2001.
X, 496 S. Gebunden

€ 101,00

ISBN 978-3-515-07951-8

Abstract

Der römische Autor und Architekt Vitruv lobt Augustus, den neuen Herrscher des Römischen Reiches, daß er das Ansehen des Staates nicht nur durch die Anzahl der Provinzen vergrößert habe, sondern auch durch die prachtvolle Ausstattung der Bauwerke in der Hauptstadt. 200 Jahre später hebt Cassius Dio hervor, daß die Größe und Schönheit der Hauptstadt ein visueller Reflex der Stärke des Reiches sei. Die Baumaßnahmen der Kaiser in der Hauptstadt wurden durch Bauinschriften bekannt gemacht und in Erinnerung gehalten.

Auch außerhalb der Hauptstadt haben Kaiser gebaut und renoviert, Ausstattung und Schmuck von Gebäuden gezahlt. Auch hier waren die Inschriften die dazugehörigen Informationsträger.
Eine Untersuchung der kaiserlichen Bauinschriften in den westlichen Städten des Reiches zeigt deutlich, daß es anders als in Rom keine Baupolitik gegeben hat. Viele der Inschriften sind in der Regel denen der städtischen Wohltäter angepaßt und fallen durch Formular, Größe oder Menge im städtischen Umfeld kaum auf. Einige der Baumaßnahmen, die die Inschriften dokumentieren, hatten dennoch besondere Merkmale zu denen u.a. der Umfang der Katastrophenhilfe, der Bau von Stadtmauern oder auch der Einsatz des Militärs für Bautätigkeit gehörte.

"Der Wert von H.s Studie erschöpft sich nicht in der Erfassung, Aufbereitung und Auswertung des zur Verfügung stehenden Materials. Sie bildet eine Grundlage für künftige Untersuchungen zur Baupolitik und Baufürsorge in den Gemeinden des Imperium Romanum sowie zum Selbstverständnis der römischen Herrscher und dessen visueller und sprachlicher Manifestation." Historische Zeitschrift

"Das richtige Gespür, anregende Fragestellungen und […] umfassende Berücksichtigung zahlreicher Einzelaspekte. […] Insgesamt bleibt […] der Eindruck eines nicht nur anregenden und lesenswerten Buches, sondern auch einer ertragreichen und weiterführenden Forschungstätigkeit." Gnomon