Titel

Thilo Jungkind

Risikokultur und Störfallverhalten der chemischen Industrie

Gesellschaftliche Einflüsse auf das unternehmerische Handeln von Bayer und Henkel seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Perspektiven der Wirtschaftsgeschichte
Band 3

2013.
332 S., 12 s/w Abb. Kartoniert

€ 58,00

ISBN 978-3-515-10345-9

Abstract

Der Umgang mit Risikotechnologien bleibt insbesondere seit Fukushima umstritten. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichnete enorme Produktionszuwächse der chemischen Industrie in Westdeutschland. Umweltverschmutzungen und gesteigerte Gefahrenpotentiale waren die Folge. Wo sind aber aus Sicht der verursachenden Unternehmen die Anreize zu suchen, die problematischen Verhältnisse zu korrigieren? Besitzen gesellschaftliche Erwartungen nach einer sauberen Umwelt und einem gefahrlosen Lebensalltag Wirkungsmacht auf strategische Entscheidungen eines Unternehmens?

Diesen Fragen nach Veränderungen eines verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns geht Thilo Jungkind aus unternehmensgeschichtlicher Perspektive nach. Er ergänzt hierfür ökonomische Handlungstheorien, indem er erstmals auf die neoinstitutionalistische Organisationstheorie zurückgreift. So gelingt ihm der Entwurf eines Handlungsmodells des Unternehmens im gesellschaftlichen Wertewandel. Der Autor zeigt die Entwicklungen in der Risikokultur und im Störfallverhalten der Firmen Bayer und Henkel, indem er eine Verbindung von transformierten gesellschaftlichen Erwartungen und unternehmerischen Praktiken herstellt.

Rezensionen

Markus Raasch, H-Soz-u-Kult, 09.01.2014

Jonathan Voges, Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 59, 2014/1

Michael C. Schneider, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 101, 2014/2

Joachim Radkau, Das Historisch-Politische Buch 62, 2014/1