Titel

Frithjof Benjamin Schenk

Russlands Fahrt in die Moderne

Mobilität und sozialer Raum im Eisenbahnzeitalter

Quellen und Studien zur Geschichte des Östlichen Europa
Band 82

2014.
456 S., 16 s/w Abb., 8 farb. Abb. 1 farbige Faltkarte in einer Tasche., Kartoniert

€ 68,00

ISBN 978-3-515-10736-5

Abstract

Die Erfindung der Eisenbahn weckte in Russland große Erwartungen in den technischen Fortschritt. Die Zarenregierung träumte von der Vereinigung des Imperiums durch ein stählernes Schienennetz. Ingenieure und Planer beschworen die zivilisierende Kraft moderner Infrastruktur. Tatsächlich brachte das neue Verkehrsmittel das Vielvölkerreich im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung. Die Eisenbahn erschloss vormals schwer erreichbare Regionen und ermöglichte einen sprunghaften Anstieg geografischer Mobilität. Ein Bombenanschlag auf den Zug des Zaren im Jahr 1879 verdeutlichte gleichzeitig die Verletzbarkeit der räumlichen und politischen Ordnung im Zeitalter der technischen Moderne.

Die vielfältigen und ambivalenten Folgen des Eisenbahnbaus in Russland werden hier erstmals umfassend aus einer kultur- und sozialhistorischen Perspektive beleuchtet. Aufbauend auf neueren methodischen Ansätzen der Raumsoziologie geht Benjamin Schenk der Neuordnung sozialer Räume im Zeitalter der Dampfmaschine nach. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Debatten über die Geschichte räumlicher Ordnungen in Europa und die Spezifika von Russlands Aufbruch in die Moderne.

Rezensionen

"Die sehr sorgfältig recherchierte Studie hat Pioniercharakter und eröffnet den Zugang zu einem bisher nur partiell erforschten Thema."
Tobias Brinkmann, Neue Politische Literatur 61, 2015

"Scholars of tsarist Russia as well as those interested in the cultural history of travel in the modern age will certainly profit from this fine piece of scholarship."
Jan C. Behrends, American Historical Review, 2016

Dieser Band wurde außerdem rezensiert von:

Karl Schlögel, Historische Zeitschrift 302, 2016

Daniel Beer, Slavic Review 75, 2016/3

Allison Schmidt, The Russian Review 74, 2015/2