Friedemann Schmoll

Die Vermessung der Kultur

Der "Atlas der deutschen Volkskunde" und die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1928–1980
Friedemann Schmoll

Die Vermessung der Kultur

Der "Atlas der deutschen Volkskunde" und die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1928–1980

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Der Atlas der deutschen Volkskunde zählt zu den größten geisteswissenschaftlichen Langzeitprojekten, die im 20. Jahrhundert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurden.
Initiiert nach dem Ersten Weltkrieg betrieben Volkskundler mehrerer Generationen in den politischen Systemen der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der BRD und DDR die Vermessung und kartographische Erfassung einer durch Industrialisierung und Moderne gefährdeten "Volkskultur". Getragen von gemeinschaftsstiftenden Erneuerungserwartungen und der Intention, deutschen "Volks- und Kulturboden" wissenschaftlich verlässlich zu dokumentieren, organisierte sich die junge und populäre Volkskunde um dieses kartographische Großprojekt als Wissenschaft. An über 20 000 Orten inner- und außerhalb des Deutschen Reiches wurden viele Millionen Daten zu Leben und Alltag, bäuerlicher Arbeit, Sitte und Brauch, Festen und Ritualen, Ernährung, religiösen Vorstellungswelten etc. gesammelt.
Mit dem als Modellfall konzipierten Langzeitprojekt sollte auch die Rolle von Geistes- und Kulturwissenschaften in modernen Wissensgesellschaften zwischen Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaften neu definiert werden.

"Schmoll bietet eine dichte, auf der Auswertung zahlreicher Archive beruhende und über das Dritte Reich hinausgehende Arbeit zur Förderung, Organisation und politischen Vereinnahmung des ADV auf hohem Niveau. Er betont vor einem differenziert skizzierten Hintergund der Geschichte des Faches und der politischen Konstellationen dessen inhaltliche, methodische, organisatorische und personelle Bedeutung für die Herausbildung der Volkskunde. Mit diesem auf die Wissenschaftsorganisation zielenden Ansatz ist die Arbeit mustergültig."

Karl Ditt, Rheinische Vierteljahrsblätter 75, 2011

"Ein gelungener Überblick über ein wichtiges Forschungsprojekt unseres Faches sowie über dessen allgemeinere Geschichte im 20. Jahrhundert. […] Es ist leicht, Fachgeschichte in Schwarzweiß zu malen und lieb gewonnene Vorstellungen über die Licht- und Schattengestalten unter unseren Vorgängern zu reproduzieren. Sehr viel schwieriger ist es dagegen, genaueren Einblick in frühere Zeiten zu nehmen, die Texte und Dokumente von einst neu zu lesen und zu bewerten, um zu verstehen, wie es zu dem kommen konnte, wie es heute ist. Das hat Friedemann Schmoll am Beispiel des Atlasprojektes getan und dafür ist ihm zu danken."

Michael Simon, Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde 56, 2011

"Brauchen wir noch Studien zur Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde im Nationalsozialismus – ist nicht schon alles aufgearbeitet, alles gesagt? Solchen Positionen begegnen wir ja immer wieder, und die Frage wird gewiss auch gestellt worden sein angesichts der Ankündigung des vorliegenden Buches. Wer darin liest, wird sehr schnell feststellen: Ja, wir brauchen solche Studien unbedingt, noch immer und immer wieder, auch und gerade weil es die 'Völkische Wissenschaft' (Jacobeit / Lixfeld / Bockhorn 1994) schon gibt – dort werden die großen Züge der Fachgeschichte geschildert, Zusammenhänge aufgezeigt, Anbiederungen und Instrumentalisierungen benannt, hier nun werden sie feiner durchleuchtet, kontextualisiert, differenziert, ja auch revidiert. Friedemann Schmolls Studie ist eine außerordentlich kenntnisreiche, sorgfältig recherchierte und materialgesättigte, sensibel abwägende und doch mit scharfem Blick auf Akteure und Interessen urteilende, konzis verdichtete Arbeit, kurz: ein vorbildlicher Beitrag zum großen wissenschaftsgeschichtlichen und politischen Kontext eines kleinen Faches."

Siegfried Becker, Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 51, 2010

"Wer sich künftig mit dem ADV beschäftigt, wird an dem Band nicht vorbeikommen."

Thomas Schürmann, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2010

"… eine spannende und anregende Lektüre nicht nur für fachgeschichtlich interessierte Leser, sondern vor allem für die Frage nach der Positionierung von Wissenschaft in der Gesellschaft."

Silke Göttsch-Elten, Zeitschrift für Volkskunde 106, 2010/2
Reihe Studien zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Band 5
ISBN 978-3-515-09298-2
Medientyp Buch - Kartoniert
Copyrightjahr 2009
Umfang 331 Seiten
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch