Adelheid von Saldern

Netzwerkökonomie im frühen 19. Jahrhundert

Das Beispiel der Schoeller-Häuser
Adelheid von Saldern

Netzwerkökonomie im frühen 19. Jahrhundert

Das Beispiel der Schoeller-Häuser

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Die Schoeller-Familien gehörten im 19. Jahrhundert zu der Schicht erfolgreicher mittelständischer Unternehmer, die sich in der Region Aachen-Düren neben den großen Namen wie Hoesch, Schleicher und Schüll etablieren konnten. Im Mittelpunkt dieser Studie über die tuch- und papierfabrizierenden Schoellers und ihre Geschäftspartner aus nah und fern stehen ihre Verbindungen und die Kontexte, in denen sie sich bewegten, kurz: ihre Netzwerke. Die exemplarische Untersuchung ihrer ökonomischen Funktion und der durch sie geschaffenen Kommunikationsräume lassen die sozialen, politischen, kulturellen und geschlechterbezogenen Dimensionen wirtschaftlichen Handelns erkennen. In dieser Perspektive erscheint die akteursbezogene Unternehmensgeschichte im frühen 19. Jahrhundert in einem neuen Licht.

"Die Analyse dieses Familienverbandes, dessen Mitglieder sich im unmittelbaren Geschäftsinteresse auch mit staatlichen Autoritäten auseinandersetzten, sich aber ansonsten frag- und klaglos in das System Metternich integrierten und so gar nicht in einer Wechselbeziehung mit der politischen und literarischen Welt der Romantik oder des Vormärz standen, bildet einen wichtigen Baustein der Mentalitätsgeschichte jener Zeit zwischen dem Wiener Kongress und den Nachwehen der Revolution von 1848."

Wilfried Sauter, Forum Vormärz Forschung (FVF) 16, 2010

"Adelheid von Saldern has written an empirically rich, analytically trenchant history of the extended Schoeller family during the long nineteenth century. […] The book succeeds as a broadly conceived business history in which cultural and social-historical frameworks help explain the nature of family businesses and their ability to expand and prosper alongside the consolidated, large-scale corporation. Scholars of nineteenth-century Europe might view the Schoellers as one ideal type for thinking about the early nineteenth-century merchant class (Wirtschaftsbürgertum). […] The book succeeds on a number of levels. Economic historians interested in the Schoeller economic enterprises will have much to find. The core narrative of the Schoellers' development is reward enough, but the larger story of how family-run independent companies used socio-communicative networks to share intelligence, capital and technological know-how to adapt and thrive is a signal contribution for explaining nineteenth-century paths to economic modernity. This study thus joins other literature in reassessing the importance and success of small enterprises and family companies in the modern era. But social, political and cultural historians will also profit from Saldern's social-historical analysis of communication and class formation. How these economic burghers perceived the social order, organized their families, governed their local communities and worked hard to pursue their self-interest provides a window for understanding the typical values of the bourgeoisie. And by seeking the larger connections across time and space through network theory, Saldern provides us with a vocabulary and an analytical framework for explaining the social reproduction of the business class over the nineteenth century."

James M. Brophy, German History 29, 2011/3

"Methodisch bewegt sich die Autorin ganz auf der Höhe der aktuellen Forschung. Mithilfe der Neuen Institutionenökonomie – und hier besonders mit dem Transaktionskostenmodell – überprüft sie die neoklassische Grundannahme der Markttransparenz. […] Neben diesem an sich schon ausreichenden methodischen Gerüst bedient sich von Saldern daneben noch bei Bourdieus kultursoziologischem Konzept der Akkumulation von sozialem Kapital und deren Ummünzung in ökonomisches Kapital.[…] Am Ende der Untersuchung kann die Autorin sehr überzeugend herausstellen, dass im Falle Schoeller das verwandtschaftliche Netzwerk gut funktioniert hat und den ökonomischen Erfolg der Familie dauerhaft sicherte. […] Adelheid von Saldern hat eine hervorragende Studie zur Familie Schoeller vorgelegt, die thematisch breit, aber nicht ausufernd ist. […] Man kann nur hoffen, dass diese Arbeit Anregung für weitere wirtschaftshistorische Studien zum frühen 19. Jahrhundert gibt."

Benjamin Obermüller, Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, 2011/2

"Dass Erfolg und Misserfolg des frühindustriellen Unternehmertums bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch wesentlich von der Vernetzung der einzelnen Akteure untereinander abhingen und die Unternehmen auf die Nutzung der aus solcher Verflechtung erwachsenden Ressourcen angewiesen waren, diese These belegt das Buch von Salderns anschaulich und überzeugend."

Stephan Gorissen, Jahrbuch für Regionalgeschichte 28, 2010
Series Beiträge zur Unternehmensgeschichte
Volume 29
ISBN 978-3-515-09369-9
Media type Book - Paperback
Copyright year 2009
Length 363 pages
Illustrations 13 b/w figs.
Size 17.0 x 24.0 cm
Language German