Der politische Tod
Der Tod eines Bürgers auf dem Schlachtfeld birgt soziale Sprengkraft: Das Sterben im Krieg muss nicht nur praktisch bewältigt werden, es erlegt den Hinterbliebenen auch die Bürde der Sinnstiftung auf und kann leicht zum Bezugspunkt gesellschaftlicher Konflikte werden. Die Selbstaufgabe für das Kollektiv konfrontiert die Gemeinschaft mit der genuin politischen Dimension des Todes.
Johannes Wienand untersucht diesen Problemkomplex für die antike Demokratie des klassischen Athens. Im ersten Teil der Studie wird die historische Entwicklung und politische Bedeutung des athenischen Gefallenengedenkens grundlegend neu bewertet. Der zweite Teil ergründet vor diesem Hintergrund das Genre literarischer "Gefallenenreden" (Epitaphioi Logoi): Auf je eigene Weise erzeugen die Schriften (aus der Feder u. a. von Gorgias, Thukydides, Lysias, Platon und Demosthenes) fein kalibrierte Spannungsfelder im politischen Diskurs ihrer Zeit, die erstmals für die gesamte Gattung detailliert nachvollzogen und historisch eingeordnet werden. Die Untersuchung führt ins Zentrum der Auseinandersetzungen um die prekäre Machtpolitik Athens und ihre innen- wie außenpolitischen Folgekosten.
“The book provides a powerful call to revisit our understanding of the Athenian ceremonies for the war dead in the Classical era and, as such, it is a must-read not only for those working on the subject, but also anyone interested in the ideological capital of the war dead and its use in political discourses, both ancient and modern.”
Cezary Kucewicz, Anzeiger für die Altertumswissenschaft 77,4 (2024)
| Volume | 272 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-515-13390-6 |
| Media type | eBook - PDF |
| Edition number | 1. |
| Copyright year | 2023 |
| Publisher | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Length | 473 pages |
| Illustrations | 3 b/w figs., 40 col. figs., 3 b/w tables |
| Language | German |
| Copy protection | digital watermark |