Höflichkeit und Rhetorik im Frühmittelalter
Höflichkeit und Rhetorik im Frühmittelalter
Die Wahl angemessener Worte für eine Situation war stets eine anspruchsvolle Aufgabe – auch im frühmittelalterlichen Briefverkehr. Doch was verstand man im Frühmittelalter unter einer angemessenen, d.h. höflichen Briefkommunikation?
Anhand ausgewählter Schreiben aus der Zeit von 500 bis 900 untersucht Alexander Müller, wie man sich im Raum Gallien bzw. im fränkischen Reich beim Verfassen eines Briefs höflich verhielt. Dazu werden vor allem Beispiele für ausdrücklich unhöfliches Verhalten analysiert, um Rückschlüsse auf zeitgenössische Höflichkeitskonventionen zu ziehen. Das frühmittelalterliche Verständnis von Höflichkeit war dabei eng mit dem rhetorischen Prinzip des decorum bzw. aptum verknüpft – die Kunst, Redeweise und Verhalten angemessen an die Situation und den Empfänger anzupassen. Insgesamt ging es weniger um die strikte Einhaltung einer Etikette, sondern vielmehr darum, rhetorisch ausgefeilt und adressatengerecht seine Kenntnis der Konventionen zu demonstrieren, die man anschließend bewusst brechen konnte.
| Series | Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne |
|---|---|
| Volume | 38 |
| ISBN | 978-3-515-14336-3 |
| Media type | Book - Paperback |
| Edition number | 1. |
| Copyright year | 2026 |
| Publisher | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Length | 353 pages |
| Size | 17.0 x 24.0 cm |
| Language | German |