Exzess ohne Boden
Exzess ohne Boden
In den Tristien erscheint Ovids Exil als Existenz „zwischen zwei Welten“, geprägt von Abschied und Verlust und verbunden mit der Notwendigkeit, fern von Rom in der exzessiven Welt am Pontus einen neuen, festen Halt zu finden. Damit stehen sie am Anfang einer Exilliteratur, die den Verlust der Heimat als Erfahrung radikaler Welt- und Bodenlosigkeit fasst. Das in seinen Grundfesten erschütterte, in sich zusammenbrechende Haus oder der stets drohende Schiffbruch stehen exemplarisch für ein dichtes Netz von Metaphern, das diese anthropologische Grunderfahrung in den Tristien vergegenwärtigt.
Die Studie widmet sich den ästhetischen Dimensionen dieses existenziellen Balanceakts und untersucht, wie es dem Dichter gelingt, sein Leben im „Dazwischen“ literarisch zu gestalten. Exil erscheint dabei in diachroner Perspektive als Verlust des Gleichgewichts, der sich nie wieder vollständig austarieren lässt. Ein besonderes Augenmerk gilt Strategien der Ambiguität, durch die der Zwiespalt und die Uneindeutigkeit, die mit der Extremerfahrung des Exils einhergehen, auf ästhetischer Ebene gespiegelt werden.
| Series | Palingenesia |
|---|---|
| Volume | 146 |
| ISBN | 978-3-515-14147-5 |
| Media type | Book - Hardcover |
| Edition number | 1. |
| Copyright year | 2026 |
| Publisher | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Length | 420 pages |
| Size | 17.0 x 24.0 cm |
| Language | German |