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Franz Steiner Verlag
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Informationen zur Raumentwicklung 2018/4

Bezahlbares Wohnen

2018.

Kartoniert
ISSN 0303-2493

Kurztext

17,54 Euro kostete der Quadratmeter einer neu vermieteten Wohnung in München Mitte 2018 laut BBSR, und zwar nettokalt. Die Stadt an der Isar ist damit die teuerste Stadt in Deutschland. Aber auch in vielen anderen Städten wohnt es sich teuer: In Frankfurt am Main bezahlten Mieter durchschnittlich 13,52 Euro pro Quadratmeter, in Stuttgart 13,21 Euro und in Freiburg 12,05 Euro. Auch wenn das Extrembeispiele aus Groß- und Universitätsstädten sind: Auch in vielen Mittel- sowie Kleinstädten und sogar in einigen ländlichen Kreisen legten die Preise für neu vermietete Wohnungen in den vergangenen Jahren deutlich zu.

Um den hohen Mieten zu entkommen, wohnen viele Menschen – insbesondere die mit einer Familie – in einer anderen Gemeinde als sie arbeiten. 2017 pendelten deutschlandweit bereits 60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer in eine andere Stadt. Auch die durchschnittliche Länge des einfachen Arbeitswegs ist gestiegen: von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer im Jahr 2015.

Das Pendeln ist längst nicht die einzige Herausforderung, die sich aus teurem Wohnraum ergibt. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist eine der großen sozialpolitischen Fragen in Deutschland. Und das eigentlich seit Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten. In der Stadt und teilweise auch auf dem Land fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Aber was ist überhaupt bezahlbar? Dies ist eine der zentralen Fragen, mit der sich unsere Autorinnen und Autoren in diesem Heft beschäftigen.

Wie sich Wohnraum für Geringverdiener und Mittelschicht schaffen lässt, zeigt das Beispiel Münster. Grundstücke vergibt die Stadt nicht mehr nach dem Höchstgebot, sondern an den Investor, der die niedrigste Startmiete verspricht. Münster setzt damit an einem der in diesem Heft angesprochenen Grundprobleme an: Der Bodenpolitik. Teurer Boden generiert teure Mieten, Festpreise für ein Grundstück können das verhindern. Was lokale Bündnisse in Münster – und auch in Wolfsburg – außerdem für bezahlbaren Wohnraum tun, lesen Sie in diesem Heft.

Andere Beispiele aus der Praxis, etwa aus Potsdam, geben weitere Impulse. Sie verdeutlichen, wie Kommunen mit der Wohnungsnot umgehen, Lösungen erarbeiten und die Zukunft des Wohnens gestalten können. Einige Beiträge zeigen, was Deutschland vom Ausland lernen kann und wie sich die Situation von der in anderen Ländern unterscheidet. Braucht es mehr oder weniger Regulierung auf dem Wohnungsmarkt? Und welche Rolle spielt dabei das Wechselspiel von Politik, Verwaltung und Wirtschaft?

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