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Franz Steiner Verlag
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Christine Reinle

Bauernfehden

Studien zur Fehdeführung Nichtadliger im spätmittelalterlichen römisch-deutschen Reich, besonders in den bayerischen Herzogtümern

1. Auflage 2003.
589 S.
Gebunden
ISBN 978-3-515-07840-5

Kurztext

Nach der herrschenden Meinung galt das Recht auf Fehdeführung, d. h. auf gewaltsame rechtliche Selbsthilfe, als ein exklusives Herrenrecht, das überdies zu Lasten der herrschaftsunterworfenen Bevölkerung eingesetzt worden sein soll; lediglich die Befugnis zur Totschlagsfehde (Blutrache) habe jedermann zugestanden. Demgegenüber kann für die bayerischen Herzogtümer dank der Landfrieden, der Landgebote und der Rechnungsüberlieferung des Herzogtums Bayern-Landshut gezeigt werden, daß auch Bürger und Bauern Fehden führten. Der Prozeß der Kriminalisierung ehedem gewohnheitsrechtlich verankerter „privater“ Gewalt setzte im Fall der Fehden Nichtadliger lediglich früher ein als bei den Adelsfehden.

Fehdefälle aus allen Teilen des römisch-deutschen Reichs bestätigen den anhand bayerischer Quellen erzielten Befund. Der Einsatz von Gewalt war demnach ein Strukturelement der mittelalterlichen Gesellschaft; alle gesellschaftlichen Gruppen trugen zur Produktion von Gewalt bei. Akzeptiert man dies, können aber auch Handlungsoptionen und Widerstandspotential der herrschaftsunterworfenen Bevölkerung aufgezeigt werden, so daß ihr ein Platz in der Geschichte jenseits der konventionellen „Opferrolle“ zugewiesen werden darf.

"… überzeugend, grundlegend und innovativ." Historische Zeitschrift

"Chrstine Reinle beeindruckt mit klarem methodischen Vorgehen, bester Kenntnis der Literatur und einer Fülle von Material, das über die Anhänge auch für weiterführende Forschungen aufbereitet ist." H-Soz-u-Kult

"Gleich zu Beginn sei vorausgeschickt, daß das Buch von Christine Reinle zu den wichtigsten Beiträgen der mittelalterlichen Sozial- und Kriminalitätsgeschichte der letzten Jahre gehört." Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins

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