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Kurztext
Die Kolonialgeschichte steht im Mittelpunkt aktueller Debatten und Polemiken in Frankreich, aber auch in Deutschland. Blickt man hinter die politischen Auseinandersetzungen, wird der starke Aufschwung sichtbar, den die internationale Forschung zur Kolonialgeschichte während der vergangenen zwanzig Jahre genommen hat. Unter den zahlreichen Publikationen gibt es jedoch nur sehr wenige, die sich 'kreuzende' Perspektiven einnehmen: In Zusammenarbeit mit jungen Historikern aus Deutschland und Frankreich, einer Gegenüberstellung der Methoden und Ergebnisse der Kolonialgeschichtsschreibung und der Behandlung des jeweils anderen Landes ist hier das Panorama eines Jahrhunderts deutscher und französischer Kolonialpolitik und -praxis entstanden.
Der Militärapparat, die inneren Ordnungskräfte, aber auch die Wissenschaftler, Ökonomen, religiösen Gruppen und Journalisten sind die Akteure dieser Geschichte. Weiterhin werden Formen der Gewaltanwendung und Unterdrückung genau untersucht. Auch wenn die französische und deutsche Kolonialherrschaft verschieden in ihrer zeitlichen und räumlichen Erstreckung waren, trägt die Gegenüberstellung der kolonialen Projekte und ihrer Verwirklichung dazu bei, die Logik der kolonialen Erfahrung freizulegen.
L'histoire coloniale a été au cœur de débats et de polémiques récemment en France. Mais les instrumentalisations politiques ne doivent pas cacher le fort renouvellement des études sur l'histoire coloniale au niveau international depuis une vingtaine d'années. Parmi tous les ouvrages publiés, très peu proposent des regards croisés. En mobilisant de jeunes historiens allemands et français, la confrontation des points de vue, des historiographies et des méthodes a permis d'établir un panorama sur plus d'un siècle de politiques et de pratiques coloniales pour les empires français et allemands.
Les militaires, les forces de maintien de l'ordre mais aussi les scientifiques, les économistes, les religieux ou les journalistes sont autant d’acteurs de cette histoire. Les violences et les formes de la domination sont étudiées précisément. Si les formes impériales françaises et allemandes ont été différentes dans l'espace et dans le temps, confronter leurs projets et leurs réalisations permet de saisir finement la logique des expériences coloniales.
Alain Chatriot, geb. 1975, ist Wissenschaftler am Centre National de la recherche scientifique (CNRS) und forscht am Zentrum für historische Forschungen der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris, zur Staats- und Verwaltungsgeschichte, zur Geschichte der public policies und zu den Repräsentationsformen der Zivilgesellschaft.
[Von Alain Chatriot erschienene Publikationen]
Dieter Gosewinkel, geb. 1956, ist Professor für Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin und leitet eine Forschungsgruppe zum Thema "Zivilgesellschaft" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Er forscht zur europäischen Rechtsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Geschichte der Staatsbürgerschaft und Zivilgesellschaft.
[Von Dieter Gosewinkel erschienene Publikationen]
ISSN 1863-2076
Im Einvernehmen mit dem Deutsch-Französischen Komitee für die Erforschung der deutschen und französischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts herausgegeben von Dietmar Hüser und Jean-François Eck.
Das Deutsch-Französische Historikerkomitee ist eine Vereinigung deutscher und französischer Historiker sowie historisch arbeitender Wissenschaftler benachbarter Fachrichtungen. Hauptziel ist es, die Geschichte deutsch-französischer Beziehungen, Vergleiche und Transfers sowie die Geschichte des jeweiligen Nachbarlandes im 19. und 20. Jahrhundert zu erforschen. Das Komitee wurde 1988 mit einer besonderen organisatorischen Struktur gegründet, die es zu einem binationalen und weitestgehend integrierten deutsch-französischen Verein macht.
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