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Franz Steiner Verlag
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Eva-Maria Dickhaut (Bearb.), Daniel Geißler (Bearb.), Birthe zur Nieden (Bearb.), Eva-Maria Vering (Bearb.), Jörg Witzel (Bearb.)

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in Geraer Sammlungen

2014.
XVIII, 457 S., 1 s/w Abb.
1 Faltblatt, Kartoniert
ISBN 978-3-515-10976-5

Kurztext

Mit den acht seit Beginn des Thüringen-Projektes erschienenen Katalogen hat die Forschungsstelle für Personalschriften die Bestände dreier thüringischer Territorien erfasst, nämlich des Fürstentums Altenburg sowie der Grafschaften bzw. Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Mit dem vorliegenden Katalog begibt sie sich auf das Territorium der Reußen, nach Gera, der einstigen Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngere Linie. An drei Standorten in Gera konnten Leichenpredigten und sonstige Trauerschriften ermittelt werden: im Evangelischen Kreiskirchenamt, im Stadtarchiv und im Stadtmuseum.

Insgesamt 332 Verstorbene kommen in den 830 Katalogeinträgen vor. Rund zwei Drittel von ihnen gehörten zum Bürgertum. Unter den Hochadligen liegt der Schwerpunkt auf Leichenpredigten aus dem Hause Reuß, aber auch die Ernestiner sind stark vertreten.

Auch die Geraer Sammlungen enthalten zahlreiche interessante Lebensläufe, wie z.B. die Leichenpredigt auf Andreas Gleich (1625–1693) zeigt, der als Lehrer, Musikdirektor und Figuralkantor am Gymnasium in Gera arbeitete. Das Geld seiner Familie reichte nicht aus, um ihn auf die Universität zu schicken. Er hatte aber das Glück, dass in seiner Geburtsstadt Erfurt ein Stadt-Syndikus arbeitete, der ihn an seinen Bruder weiterempfahl. Dieser Bruder war Heinrich Schütz, zu jener Zeit Kapellmeister in Dresden. Schütz hat den jungen Mann sehr geschätzt und gefördert. Als er 1642 nach Kopenhagen reiste, begleitete ihn Gleich. Dieser erlangte dort "großen Ruhm" und bekam gar angeboten, bei der königlichen Kapelle zu bleiben. Weil ihn aber "das See-Wasser und die ungewohnte Landes-Art nicht leiden wollen", begab er sich 1644 wieder nach Hause. Er starb mit 68 Jahren an einem Lungenleiden, bei dem die erprobten Medikamente nicht wirkten. Das habe, so die Überzeugung des Verfassers, zweifellos daran gelegen, dass "bey dem seeligen Mann die Lunge durch das vielfältige Singen allzusehr angegriffen und geschwächet gewesen" sei.

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Tine Trumpp
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