Das Schweigen der Ärzte

Eine Kulturgeschichte der sowjetischen Medizin und ihrer Ethik

Das Schweigen der Ärzte

Eine Kulturgeschichte der sowjetischen Medizin und ihrer Ethik

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Unmittelbar nach dem Sieg des Roten Oktober haben die bolschewistischen Machthaber eine beispiellose Umwälzung des von dem alten Regime hinterlassenen Gesundheitssystems gestartet. Diese war vom Bestreben getragen, die ethische Kultur der "bürgerlichen Medizin" zu zerstören und insbesondere das Arztgeheimnis aufzuheben – jenes Symbol der Professionsautonomie, das seit langem Ängste vor einem Verschwörerkreis ärztlicher Auguren nährte, um sich im Sowjetrussland im Gegenphantasma eines "gläsernen Arztzimmers" zu kristallisieren. Während das Schweigen der Ärzte dem politischen Bemühen zuwiderzulaufen schien, den „Neuen Menschen" dem ärztlichen Blick und durch diesen dem der Regierung und Partei zu unterwerfen, rief das Volkskommissariat für Gesundheitsschutz dazu auf, den Arzt unter der "Glasglocke der Arbeiter-und-Bauern-Öffentlichkeit" arbeiten zu lassen. In der Folgezeit zeigte sich jedoch immer deutlicher, wie weit dieser Kontrollanspruch und reale Möglichkeiten, ihn auszuüben, auseinanderlagen und wie eng die Auseinandersetzung um die ärztliche Ethik mit dem heute noch ungelösten Dilemma zwischen gesamtgesellschaftlicher und funktioneller Rationalität der Medizin zusammenhing.

"glänzend geschrieben"

Martina Lenzen-Schulte, FAZ, 24.06.2016

"… wird auf lange Sicht ein Standardwerk bleiben."

Björn Felder, H-Soz-Kult, 08.06.2016
Reihe Kulturanamnesen
Band 8
ISBN 978-3-515-11005-1
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2015
Umfang 439 Seiten
Abbildungen 10 s/w Abb.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch