Eva-Maria Stolberg

Sibirien: Russlands "Wilder Osten"

Mythos und soziale Realität im 19. und 20. Jahrhundert
Eva-Maria Stolberg

Sibirien: Russlands "Wilder Osten"

Mythos und soziale Realität im 19. und 20. Jahrhundert

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Wie kommt es, dass sich mit Sibirien bis heute der Mythos eines "wilden Ostens" verbindet? Wie lassen sich dessen asiatische und europäische Anteile gewichten? Das Zusammenleben von russischen Kolonisten und indigenen Völkern machte Sibirien zu einer Grenzlandschaft, die in der Geschichtswissenschaft bis heute wenig Beachtung findet – dabei waren sowohl das Zarenreich als auch die Sowjetunion bestrebt, den "wilden Osten" zu erschließen und ihn zum festen Bestandteil des russischen Staates zu machen.
Die Autorin untersucht den nationalen Mythos der Erschließung Sibiriens als Siedlungsgrenze (frontier) im 19. und 20. Jahrhundert unter transregionalen und globalen Fragestellungen. Dabei modifiziert sie das von Frederick J. Turner entwickelte Frontierkonzept, indem sie beide Seiten der Siedlungsgrenze beleuchtet und die Variablen in historischen Kolonisationsprozessen in den Blick nimmt. Diese Variabilität macht sich durch eine oszillierende Annäherung und Distanz zwischen "Eigen" und "Fremd" bemerkbar.

"Stolberg has written a thoroughly solid book that should interest historians, sociologists, and ethnographers alike. Its sources comprise texts in several languages, not excluding Japanese and Chinese. While the casual reader may at first be overwhelmed by this vast accumulation of facts, he or she will soon catch a glimpse of those great lines of interconnections that make historical studies worthwhile."

Bjorn A. Bojesen, Rane Willerslev, Slavic Review 70, 2011/4

"Eva Maria Stolberg gehört sicher zu den besten Kennerinnen der Sibirischen Geschichte in Deutschland."

Jan Kusber, Das Hisorisch-Politische Buch, 2009/6

"Stolberg ist eine hervorragende Forschungsarbeit zur russischen Kolonisation Sibiriens gelungen. Mit der Einbettung in die moderne Frontierdebatte und dem gelungenen Aufzeigen von Ähnlichkeiten mit Entwicklungen vor allem in Nordamerika wird das Buch einem Anspruch weit über die eigentliche Osteuropaforschung hinaus gerecht und wird helfen, einen eher weißen Fleck auf der meist gen Westen schauenden Karte der Kolonisierung und Industrialisierung im 19. und frühen 20. Jahrhundert einzufärben."

Mike Burkhardt, Periplus. Jahrbuch für außereuropäische Geschichte 20, 2010

"Stolberg unternimmt also nicht weniger als den Versuch einer neuen Gesamtschau der Geschichte der Großregion Sibirien mit einem besonderen Fokus aus dem Zeitraum von 1890 bis 1945. […] ein Musterbeispiel für eine Transnationalisierung der Geschichtsschreibung:..."

Moritz Florin, sehepunkte 10, 2010/2

"Diese Studie [eröffnet] gegenüber der früheren Sibirienforschung neue wichtige Perspektiven. Stolberg sieht Sibirien nicht nur von Westen her – als peripheren Raum europäischer kolonialer Expansion –, sondern auch von Osten her, als Interessen-, Migrations- und Einflussraum der ostasiatischen Mächte Japan und China. Damit berücksichtigt sie ein – in anderen Untersuchungen schon aufgrund sprachlicher Inkompetenz – vernachlässigtes Forschungsfeld und verleiht den historischen Prozessen der Erschließung und Aneignung Sibiriens die globalgeschichtliche Bedeutung, die sie haben."

Susanne Frank, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 60, 2012/3
Reihe Beiträge zur europäischen Überseegeschichte
Band 95
ISBN 978-3-515-09248-7
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2009
Umfang 392 Seiten
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch