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Kurztext
Der Liederzyklus zählt – neben der Oper, der Sonate, der Symphonie und dem Konzert – zu den wichtigsten musikalischen Gattungen im Frankreich der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dies belegt nicht nur die außerordentlich hohe Zahl solcher Werke, sondern auch deren Qualität. Zwar entstanden französische Zyklen erst Jahrzehnte später als deutsche, dafür entwickelten ihre Komponisten neuartige Techniken der Kohärenzbildung, die auch auf die Gattungen der absoluten Musik ausstrahlten.
Der Autor ermittelt drei Traditionen, die von den Komponisten Jules Massenet, César Franck und Gabriel Fauré ausgingen und dabei verschiedene Techniken entwickelten, um mehrere Lieder zu einem ganzheitlichen Gefüge zu verbinden. In anschaulichen Analysen zeigt er die entsprechenden kompositorischen Verfahren der Textbehandlung und der musikalischen Konstruktion. Dabei erweist sich, dass französische Liederzyklen nicht nur der gesellschaftlichen Unterhaltung in den Salons dienten, sondern darüber hinaus ihre Komponisten auch zu formalen Experimenten inspirierten.
ISSN 0570-6769
Herausgegeben von Albrecht Riethmüller in Verbindung mit Ludwig Finscher, Hans-Joachim Hinrichsen, Birgit Lodes, Anne C. Shreffler und Wolfram Steinbeck.
Das Archiv für Musikwissenschaft spiegelt den musikgeschichtlichen Forschungsstand und die aktuelle Methodik des Faches Musikwissenschaft wider. Die 1918 gegründete und nach einer 1927 erfolgten Unterbrechung seit 1952 kontinuierlich erscheinende Zeitschrift ist ein im deutschsprachigen Raum führendes Fachorgan, das international Beachtung findet und Geltung besitzt. Das refereed journal bietet zugleich dem musikwissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Trotz ihrer historischen Ausrichtung steht die Zeitschrift offen für alle Gebiete der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Musik, ob sie transdisziplinär oder interkulturell, ethnographisch oder analytisch betrieben wird. In der Vielfalt der musikalischen Gegenstände und Zugangsweisen dient das Archiv für Musikwissenschaft dem Ziel, die theoretische Erkenntnis der Musik gegenwartsbezogen zu fördern. Dieselbe Zielsetzung wird auch in der Buchreihe der Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft verfolgt. Diese ist 1965 ins Leben gerufen worden und umfasst inzwischen ca. 70 Bände. Mit ihr wird die Zeitschrift durch umfangreichere Abhandlungen bzw. Monographien ergänzt. Aufgenommen sind fast durchweg universitäre Qualifikationsschriften (Dissertationen und Habilitationsschriften), die das Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz erfüllen. Heute nicht weniger als vor einem halben Jahrhundert ist die Reihe ein Gradmesser dafür, wie jede Generation Musikwissenschaft verändert betreibt und welches die Forscher sind, die das Gesicht der Disziplin bilden.
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