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Martin Dinges (Hrsg.)

Männlichkeit und Gesundheit im historischen Wandel ca. 1800 – ca. 2000

1. Auflage 2007.
378 S., 7 s/w Abb., 22 s/w Tab., 4 s/w Zeichn.
Kartoniert
ISBN 978-3-515-08920-3

Kurztext

Probleme der Männergesundheit finden in den letzten Jahren zunehmend Beachtung. Dieser Band greift die Fragestellungen der Gesundheitswissenschaften auf und eröffnet die bisher fehlende historische Perspektive – zum Beispiel auf die sechs Jahre geringere Lebenserwartung der Männer. Die Studien analysieren dabei Debatten um männliche Wechseljahre und die Versuche, eine Männerheilkunde zu etablieren, vor dem Hintergrund unterschiedlicher Männlichkeitskonzeptionen.

Weitere Themen sind unter anderem: gesundheitsförderliches bzw. -schädigendes Verhalten von Männern (z. B. Sport, Alkoholkonsum); besondere gesundheitliche Belastungen in der Arbeitswelt; Auswirkungen des Familienstandes und des Lebensalters bei Männern auf die Gesundheit. Im Blickpunkt stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Inhalt

Martin Dinges: Für eine historische Dimension in der Männergesundheitsdebatte!

Demographie und Epidemiologie:
Andreas Weigl: Der „gender gap“ ein Industrialisierungsphänomen? Komparatistische Anmerkungen zu einer schwedischen Fallstudie
Andreas Weigl: Der „gender gap“ revisited: Eine Modellrechnung im Kontext historischer, sozial- und naturwissenschaftlicher Befunde
Alois Unterkircher: Ein ungleicher Start ins Leben? Morbidität und Mortalität von männlichen und weiblichen Säuglingen um 1860 in den Krankenjournalen des Südtiroler Landarztes Franz von Ottenthal

Männergesundheitsforschung und Andrologie:
Michael Meuser: Der „kranke Mann“ – wissenssoziologische Anmerkungen zur Pathologisierung des Mannes in der Männergesundheitsforschung
Torsten Wöllmann: Andrologie – Wie die Medizin die Männer ,entdeckt‘

Krankheitskonzepte im Wandel:
Michael Stolberg: Das männliche Klimakterium. Zur Vorgeschichte eines modernen Konzepts (1500-1900)
Hans-Georg Hofer: Climacterium virile, Andropause, PADAM. Zur Geschichte der männlichen Wechseljahre im 20. Jahrhundert
Christina Benninghaus: „Leider hat der Beteiligte fast niemals eine Ahnung davon ...“ - Männliche Unfruchtbarkeit 1880-1900
Christiane Winkler: Männlichkeit und Gesundheit der deutschen Kriegsheimkehrer im Spiegel der Ärztekongresse des „Verbands der Heimkehrer“

Männergesundheit in besonderen Lebensphasen:
Sonja Levsen: Männliche Bierbäuche oder männliche Muskeln? Studenten, Männlichkeit und Gesundheit zwischen 1900 und 1930
Hasso Spode: Männersache: Alkohol, Geschlecht und Gesundheit unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Kaiserreichs. Ein Beitrag zur Natur-Kultur-Debatte
Nicole Schweig: Familienstand und gesundheitsförderliches Verhalten von Männern in Briefen (1840-1950)

Arbeitsleben und Gesundheit:
Andreas Weigl: Dank Keuschheit ein langes Leben? Hochbetagte Arbeiterinnen und Arbeiter im Wien der Jahrhundertwende
Susanne Hoffmann: Erwerbsarbeit – Risiko und Ressource für die Gesundheit von Männern: Sechs Autobiographien aus dem 20. Jahrhundert
Martin Lengwiler: Männliches Risikoverhalten und sozialstaatliche Risikoprofile: Berufskrankheiten des Bergbaus in der schweizerischen Unfallversicherung (1930-1970

Gesundheitshandeln und Inanspruchnahmeverhalten:
Toni Faltermeier: Gesundheit und Gesundheitshandeln von Männern im mittleren Erwachsenenalter aus salutogenetischer Perspektive
Martin Dinges: Immer schon 60 % der Frauen in den Arztpraxen? Zur geschlechtsspezifischen Inanspruchnahme des medizinischen Angebotes (1600-2000)
Simone Moses: Ältere Patienten im Krankenhaus (1880-1914) – Unterschiede der Inanspruchnahme bei Männern und Frauen?

Psychische Gesundheit und Sexualität:
Jürgen Schmidt: „… mein Nervensystem war derart alteriert, dass ich mich allen ernsten Denkens […] enthalten musste“ – Psychische Krankheiten in Autobiographien von Arbeitern und Bürgern um 1900
Gabriela Imboden: Problematische Männlichkeit: ‚schwacher’ Wille – ,unkontrollierte‘ Sexualität und eine paradoxe Wiederherstellung der ,Männlichkeit‘
Reinhard Lindner: Suizidalität bei Männern. Von empirischen Fakten zu klinisch-psychodynamischen Idealtypen

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