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Franz Steiner Verlag
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Wolfgang König

Das Kondom

Zur Geschichte der Sexualität vom Kaiserreich bis in die Gegenwart

2016.
233 S.
Kartoniert
ISBN 978-3-515-11334-2

Kurztext

Seit dem späten 19. Jahrhundert verbreitete sich das neue nahtlose Gummikondom in der deutschen Gesellschaft. Wolfgang König legt nun erstmals eine wissenschaftliche Monografie über das Kondom vor – einen Gegenstand, der nicht nur dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten und der Geburtenregelung diente, sondern im höchsten Maße einer moralischen Wertung unterlag. König untersucht die Entwicklung und Interpretation des Kondoms als materielles Mittel und als symbolischen Ausdruck des Sexualverhaltens in vier politischen Systemen: dem Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der Bundesrepublik. In der offiziösen Moral des Kaiserreichs galt das Kondom noch als Verkörperung der Unzucht. Seit der Zwischenkriegszeit wurde es mehr und mehr in das Sexualleben integriert. Erst in der Nachkriegszeit jedoch wandelte es sich zu einem akzeptierten Alltagsgegenstand, befördert von Liberalisierungen der Sexualmoral und des Sexualstrafrechts sowie der Bekämpfung von Aids.

Die Studie umfasst verschiedene Aspekte des Kondoms zwischen Technik und Gesellschaft – von gummitechnischen Verbesserungen, Werbekampagnen und Vertriebswegen bis hin zu moralischen Positionen sowie rechtlichen Regelungen.

Der Autor im Interview

Von allen möglichen Themen der Technikgeschichte: Warum eine Studie über das Kondom?
Am Kondom lässt sich so Vieles aufzeigen: die Entwicklung gesellschaftlicher Moral, besonders was das Sexuelle anbelangt, die zeitliche und moralische Gebundenheit der Rechtsprechung, die listigen Strategien der Hersteller, Händler und Konsumenten, die professionellen Scheuklappen der Ärzteschaft, die Qualitätsprobleme der Gummiindustrie und vieles andere mehr. Ich habe früher schon über die Geschichte der Sexualität geschrieben und bin darauf gestoßen, dass es weltweit keine einzige seriöse Darstellung der Geschichte des Kondoms gibt. Das reizt natürlich.

Welches Ergebnis hat Sie überrascht?
Bemerkenswert finde ich, dass im Nationalsozialismus die Verbreitung des Kondoms beträchtlich zunahm – ungeachtet aller Bekundungen über Sittlichkeit und die Förderung der Mutterschaft.

Wem würden Sie das Buch zur Lektüre empfehlen?
Eine gute Technikgeschichte stellt ihren Gegenstand immer in universelle Zusammenhänge. Sie ist also immer auch Gesellschaftsgeschichte, Kulturgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Politikgeschichte usw. Disziplinäre Begrenzungen bestehen also nicht, "Das Kondom" ist ein Buch für Grenzüberschreiter.

> Titelinformation (pdf)

Rezensionen

Manfred Vasold, Universitas 72, 2017/7

Magyar László András, Communicationes De Historia Artis Medicinae 63, 2017

Karin Orth, H-Soz-Kult, 26.07.2016

Pascal Eitler, Technikgeschichte 83, 2016/4

Christian Stadelmann, Blätter für Technikgeschichte 78/79, 2016/17

Josef Tutsch, scienzz, 2016

Landshuter Zeitung

www.liesmalwieder.de, 2016

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