Einrichtungswerk des Königreichs Hungarn (1688–1690)

Einrichtungswerk des Königreichs Hungarn (1688–1690)

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Die Vertreibung der Osmanen im „Großen Türkenkrieg“ (1683–1699) bedeutete für den Donauraum eine besondere Zäsur, mit der die „Einrichtung“ der Herrschaft der Habsburger im zurückeroberten Königreich Ungarn begann. Unter schwierigen Bedingungen wurde ein Wandel eingeleitet, dessen Deutung bis heute in den Historiographien der betroffenen Nationen umstritten ist. Im Juli 1688 beauftragte Kaiser Leopold I. eine Kommission von sieben Personen mit der Ausarbeitung der Richtlinien für die Aufbauarbeit. In nur 15 Monaten wurde unter der Leitung des Bischofs von Raab, Leopold Kollonich, ein Gesamtwerk von etwa 500 Seiten erstellt, das später als das „Einrichtungswerk des Königreiches Hungarn“ bekannt werden sollte.

Diese Quellenedition beinhaltet über das Manuskript hinaus auch einen Entwurf ungarischer Magnaten, der als „ungarisches Einrichtungswerk“ in die Historiographie einging, sowie sämtliche Akten, die mit der Entstehung dieser Werke zusammenhingen.

"Die von János Kalmár und János J. Varga vorgelegte Edition der Programmschrift für die Neueinrichtung der Habsburger in Ungarn enthält nicht nur eine gründliche Einleitung zur Problematik des Einrichtungswerks und die kritische Textausgabe selbst, sonern auch eine reiche Auswahl von Dokumenten, welche die Entstehungsgeschichte des Werkes verständlich machen. Die Edition beruht auf der Arbeit von Béla Baranyai (1882-1945), der noch in den 1920er Jahren das in Wien aufbewahrte Originalexemplar der in mehreren Abschriften vorhandenen Schrift benutzen konnte, das danach beim Brand des Justizpalais 1927 vernichtet wurde. Somit ist die Edition der Schrift anhand des Originaltextes ein besonders wichtiges Schriftstück für die historische Forschung über die frühneuzeitliche Geschichte der Habsburgermonarchie und darin des Königreichs Ungarn."

Márta Fata, Osteuropa, 2011/12

"Mit dieser Edition liegt nach 90 Jahren Vorarbeiten eine insbesondere unter zwei Aspekten zentrale Quelle für das bis zur 'Befreiung' in den Jahren 1685 bis 1688 osmanische Ungarn und das ebensolche Slawonien in einer vollständigen und für Forschung und Lehre brauchbaren Edition vor: Das "Einrichtungswerk" war Bestandsaufnahme und Planungsvorgabe für die habsburgische Politik. Insbesondere die wirtschafts- und sozialgeschichtliche Forschung über Ungarn und Slawonien im 17. und 18. Jahrhundert wird davon profitieren."

Bibliothek und Medien 32, 2012/1

"Insgesamt stellt die Edition des Einrichtungswerkes einen höchst erfreulichen Abschluss langjähriger Bemühungen dar. Dabei überzeugt insbesondere die Aufnahme der beigegebenen Anlagen und Aktenstücke, etwa die ungarischen Gegenvorschläge und die Beratungsprotokolle der Hauptdeputation. All diese lösen das Einrichtungswerk aus dem Status eines Einzelprojekts heraus, indem sie einen ganzen Debattenkontext in Quellenform verfügbar machen. Insofern dürfte das Werk nicht nur für die Geschichte der habsburgischen Herrschaft in Ungarn, sondern auch für vergleichende Arbeiten zu einem wichtigen Arbeitsinstrument werden."

Justus Nipperdey, Sehepunkte 11, 2011/10

"Die vorgelegte Edition bildet den Pilotband der neuen Reihe 'Quellen' des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig – ein Pilotband, der in jeder Hinsicht als gelungener Auftakt der Reihe zu betrachten ist."

Christoph Kampmann, Historische Zeitschrift 296, 2013
ISBN 978-3-515-09778-9
Medientyp Buch - Gebunden
Auflage 1.
Copyrightjahr 2010
Umfang 514 Seiten
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch