"Schade, daß Beton nicht brennt ..."

Planung, Partizipation und Protest in Philadelphia und Köln 1940–1990

"Schade, daß Beton nicht brennt ..."

Planung, Partizipation und Protest in Philadelphia und Köln 1940–1990

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Aus den zahlreichen Protestbewegungen der 1960er und 1970er Jahre ragen die Auseinandersetzungen um die Neugestaltung innerstädtischer Wohngebiete heraus. Der Wandel von einer technokratischen zu einer partizipativen Stadtplanung wird zumeist auf diesen Widerstand gegen Sanierungsprojekte zurückgeführt. Dagegen zeigt Sebastian Haumann, dass die Entstehung und Wirkung des Protests wesentlich enger mit den Trends moderner Stadtplanung verflochten war, als häufig vermutet wird. Am Beispiel zweier Kontroversen stellt er dar, wie sich Ziele von Politik, Planung und Protest überlagerten und den Wandel lokaler "Planungskulturen" strukturierten. Die Analyse der "Crosstown Controversy" über eine innerstädtische Autobahn in Philadelphia um 1970 bildet dabei die Folie für die Untersuchung des Konflikts in Köln, der 1980 zur Besetzung des "Stollwercks" führte.

"Die Arbeit [geht] deutlich über das Monographische hinaus. Sie gehört zu der anspruchsvollen Gattung der international vergleichenden Stadtforschung, an die besonders hohe methodische Anforderungen gestellt werden; denn es müssen nicht nur die lokalen und regionalen, sondern auch die nationalen politischen, sozialen und kulturellen Kontexte im Blick gehalten und von einander unterschieden werden können. Diese Arbeit zeigt, wie fruchtbar ein international vergleichender Ansatz im Falle seines Gelingens auch im Forschungsfeld Stadt sein kann. […] Schließlich beeindruckt es, wie der Autor neben den offenkundigen Parallelen auch die kulturellen Unterschiede in der Transformation der Planungskulturen in Deutschland und den USA herausarbeitet, etwa wenn er zeigt, warum der Begriff der "Betroffenheit" bzw. der "Sanierungsbetroffenen", der in der deutschen Debatte beim Übergang von der Flächensanierung zur Erhaltenden Erneuerung für die Legitimation der Bürgerbeteiligung bei der Sanierung zentral war, in den USA kein Äquivalent hat, dort also die Legitimation der Bürgerbeteiligung andere politische und kulturelle Wurzeln hat. Es ist erfreulich, dass die Arbeit nicht als Pflichtexemplar in der Universitätsbibliothek verschwindet, sondern […] in der angesehenen Buchreihe "Beiträge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung" veröffentlicht [wurde].

www.forum-stadt.eu/servlet/PB/menu/1428298/index.html

"Gentrifizierung, die Aufwertung innerstädtischer Wohngebiete und die anschließende Verdrängung der angestammten Wohnbevölkerung dieser Bezirke, ist ein Thema, das seit einigen Jahren auf der Agenda der öffentlichen Debatte steht. […] Es ist an der Zeit, dass derartige Phänomene zeithistorisch verortet werden und die Herkunft der hinter ihnen stehenden Entwicklungen beschrieben wird. Genau das gelingt Sebastian Haumann in seiner […] Dissertation – und noch Einiges darüber hinaus."

Jonathan Voges, Archiv für Sozialgeschichte 53, 2013
Reihe Beiträge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung
Band 12
ISBN 978-3-515-09889-2
Medientyp Buch - Gebunden
Auflage 1.
Copyrightjahr 2011
Umfang 335 Seiten
Abbildungen 8 s/w Abb.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch