Tuberkulose und Menschenversuche im Nationalsozialismus

Das Netzwerk hinter den Tbc-Experimenten im Konzentrationslager Sachsenhausen

Tuberkulose und Menschenversuche im Nationalsozialismus

Das Netzwerk hinter den Tbc-Experimenten im Konzentrationslager Sachsenhausen

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Tuberkulose wurde von den Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als die größte gesundheitliche Bedrohung wahrgenommen. Ärzte, Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker suchten fieberhaft nach einer wirksamen Therapie der Erkrankung. Im Nationalsozialismus wuchs die Stigmatisierung der Kranken und der Druck, sich unsicheren Therapien zu unterziehen. Tuberkulosekranke wurden zwangsweise in Psychiatrien eingewiesen oder sogar Opfer des Krankenmordes. Die SS organisierte in mehreren Konzentrationslagern groß angelegte Menschenversuche zur Erprobung von Tuberkulosemedikamenten. In dieser Studie untersucht Christine Wolters die Versuche im Konzentrationslager Sachsenhausen – die Hintergründe, das Netzwerk von Tätern, deren Biografien und die Vermarktung des Medikaments.

 

In the first half of the 20th century, tuberculosis was perceived as the greatest threat to people's health. During the National Socialist period, the sick were increasingly stigmatized and pressurized into undergoing questionable forms of treatment. Those suffering from tuberculosis were forcibly committed to psychiatric institutions, while the SS organized large scale experiments on human subjects in several concentration camps. In the present study, Christine Wolters examines the human experiments conducted in Sachsenhausen concentration camp - the story behind them, the network of perpetrators and their biographies.

"Die von Christine Wolters lückenlos rekonstruierten Menschenversuche machen eine Kooperation zwischen wissenschaftlicher Tuberkuloseforschung, pharmazeutischer Industrie und SS-Forschungsförderung deutlich. Vor allem Heinrich Himmlers Bedeutung als "Gesundheitspolitiker" und (finanzieller) Förderer von Humanexperimenten – bisher ein dringliches Forschungsdesiderat – wird von Wolters eingehend konturiert. Darüber hinaus gelingt es der Autorin mit bemerkenswerter Akribie, auch das weitere Netzwerk hinter den Tbc-Versuchen in Sachsenhausen nachzuzeichnen. Alle an der Planung und Durchführung beteiligten Personen und Institutionen bis hin zur Pharmafirma, die das Zahn'sche Medikament bis Kriegsende an die SS veräußerte, werden dabei konsequent und überzeugend in den historischen Kontext der NS-Menschenversuche eingebettet. […] Christine Wolters [betreibt] in ihrer Studie historische Aufklärungsarbeit im besten Sinne."

Philipp Rauh, Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 20, 2012/2

"Ein imponierendes Buch über ein bislang weitgehend unbeachtetes Medizinverbrechen."

Astrid Ley, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 60, 2012/10
Reihe Geschichte und Philosophie der Medizin / History and Philosophy of Medicine
Band 10
ISBN 978-3-515-09399-6
Medientyp Buch - Gebunden
Auflage 1.
Copyrightjahr 2011
Umfang 287 Seiten
Abbildungen 2 s/w Zeichn., sowie 15 Tafeln mit 18 Abbildungen
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch