Die Aushandlung von Enteignung

Der Kampf um Anerkennung und Öffentlichkeit im Rahmen des Staudammbaus Belo Monte, Brasilien

Die Aushandlung von Enteignung

Der Kampf um Anerkennung und Öffentlichkeit im Rahmen des Staudammbaus Belo Monte, Brasilien

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Das Wasserkraftwerk Belo Monte ist Sinnbild einer Entwicklungspolitik Brasiliens, die durch kapitalistische Expansion die Erschließung und Inwertsetzung des Amazonasgebietes fördert. Über die komplexen Mechanismen und Wirkungen der damit einhergehenden Enteignungsprozesse besteht bislang nur ein unzureichendes Verständnis.

Anhand der Verknüpfung von performativitäts-, anerkennungs- und demokratietheoretischen Ansätzen nimmt Sören Weißermel eine Konzeptualisierung des Enteignungsbegriffs vor und leistet so einen Beitrag zu einem fundierten Verständnis von Enteignung. Die empirische Analyse offenbart die Prekarisierung der vom Belo-Monte-Projekt betroffenen Bevölkerung, ausgelöst durch eine Politik der Nicht-Anerkennung komplexer Eigentumsstrukturen und damit verknüpfter Lebensweisen. Der Widerstand gegen Enteignung ist damit im Kern ein Kampf um die Anerkennung alternativer Wirklichkeiten. Die Arbeit verdeutlicht so den Aushandlungscharakter von Enteignung, die im Spannungsfeld der Prekarisierung Betroffener und ihrer Forderungen nach Anerkennung und Öffentlichkeit stattfindet. Dieser Aushandlungsprozess ist als ein Kampf um die materielle und symbolische Aneignung des Raumes zu verstehen.

Reihe Erdkundliches Wissen
Band 163
ISBN 978-3-515-12223-8
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2019
Umfang 292 Seiten
Abbildungen 27 s/w Abb., 2 s/w Tab.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch