Landstände im thüringisch-obersächsischen Raum (1231–1498)
Landstände im thüringisch-obersächsischen Raum (1231–1498)
Die ältere Forschung hat die Anfänge landständischer Partizipation im thüringisch-obersächsischen Raum zumeist in die Mitte des 15. Jahrhunderts verortet. Uwe Schirmer revidiert diese These: Ausgangspunkte seiner Neubewertung sind die zwischen 1287 und 1346 tätigen Landfriedensgerichte, die soziale und regionale Herkunft der in ihnen wirkenden Friedensrichter sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz jenseits landesfürstlicher Herrschaft. Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts ging diese Gerichtsbarkeit größtenteils in der Hofgerichtsbarkeit auf. Der Fürstenhof stieg nicht zuletzt aus diesem Grund zu einem herrschaftsintegrierenden und zivilisatorischen Zentrum auf – vor allem für den Niederadel, dessen Soziogenese im 14. Jahrhundert einen vorläufigen Abschluss fand. Besonders infolge dynastischer Herrschaftskrisen agierte der Niederadel fortan als territorialer Moderator und als herrschaftsstabilisierender Faktor, der bei wichtigen Entscheidungen (Landesteilungen, Steuererhebungen) herangezogen werden musste. Auf diese Weise wurde eine überaus wirkmächtige Adelsfraktion, die sogenannten Schriftsassen, in das politische System integriert. Aus dem schriftsässigen Adel formierte sich letztendlich die kursächsische Ritterschaft.
„Bei dem schmalen Band handelt es sich nicht nur um eine ebenso fundierte wie anregende Studie zur Genese von Landständen im Allgemeinen und zur spätma. Verfassungsgeschichte Mitteldeutschlands im Ganzen, sondern […] auch um einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des mitteldeutschen Adels im Einzelnen.“
Kurt Andermann, Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 79,1 (2023)
„Das Werk wird hoffentlich nicht nur die sächsische Landesgeschichte, sondern vergleichend auch andere Territorialgeschichten inspirieren.“
Michael Kaiser, Rheinische Vierteljahrsblätter 2022/8
„Als große Stärke des Buches darf gelten, dass der Perspektivwechsel – weg vom Fürsten hin zu den landständischen Gruppierungen – trotz des überwiegend aus den fürstlichen Kanzleien stammenden Quellenmaterials glückt. Für die spätmittelalterliche (Nieder-)Adelsforschung anderer Regionen stellt das Werk ohnehin eine Fundgrube an inspirierenden Überlegungen zum Konnex Fürst-Land-Adel dar, […]“
Stefan Bröhl, Zeitschrift für Thüringische Geschichte 76, 2022
| Band | 8 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-515-12958-9 |
| Medientyp | E-Book - PDF |
| Auflage | 1. |
| Copyrightjahr | 2021 |
| Verlag | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Umfang | 161 Seiten |
| Sprache | Deutsch |
| Kopierschutz | mit digitalem Wasserzeichen |