Eine Nation und ihre Denkmäler

Erinnerungskultur im postsowjetischen Aserbaidschan

Eine Nation und ihre Denkmäler

Erinnerungskultur im postsowjetischen Aserbaidschan

69,00 €*

Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten

Aktuell werden Bestellungen ausschließlich nach Deutschland geliefert. Falls Sie eine Lieferung außerhalb Deutschlands wünschen, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular für eine Anfrage.

in Vorbereitung

In Aserbaidschan, einem Transitland zwischen Großregionen, waren konkurrierende Identitätsentwürfe zwischen turkistischen, iranischen und sowjetischen Identitäten stets ein Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Dabei kam dem Denkmal als Medium eine herausragende Rolle zu. Die starke Zentralregierung ab 1993 konnte diese Identitäten in ein Narrativ integrieren und geschickt ausgleichen.

Elnura Jivazada beschreibt zum ersten Mal diese Entwicklung aus Sicht der vielfältigen gesellschaftlichen Akteure und stellt deren Praktiken der Interaktion mit den Denkmälern in den Vordergrund. Während die Märtyrerallee für die Opfer des sowjetischen Einmarsches vom 20. Januar 1990 eine Abgrenzung zur sowjetischen Vergangenheit herstellte, blieb das Denkmal für Nərimanov, Gründer der Sowjetmacht in Aserbaidschan, als Gedächtnisort der neuen Linken bestehen. Die Denkmäler für die Republikgründung von 1918 bilden ein Spannungsfeld zwischen Visionen über parlamentarische Demokratie und zentrale Präsidialmacht. Dagegen sind die Erinnerungsinhalte für die Opfer und Verluste des ersten Karabach-Krieges unumstritten und besitzen eine mobilisierende Funktion für die nationale Identität.

Reihe Historische Mitteilungen – Beihefte
ISBN 978-3-515-13024-0
Medientyp Buch - Gebunden
Auflage 1.
Copyrightjahr 2021
Umfang 360 Seiten
Abbildungen 35 farb. Abb.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch