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Stollberg-Rilinger gelingt es hier, die Entwicklung der Ideengeschichtsschreibung seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert konzise zu skizzieren.

Michael Henkel, Das Historisch-Politische Buch 58, 2010/6

Ideengeschichte – das ist heute etwas anderes als die deutsche Geistesgeschichte um 1900 oder die "History of Ideas", die seit den 1940er Jahren in den USA in Mode kam. So wie damals lässt sich Ideengeschichte heute kaum mehr schreiben: als Rekonstruktion einer überzeitlichen Debatte über die großen philosophischen Grundfragen der Menschheit. Vielmehr ist von ganz verschiedenen Seiten klar gemacht worden, dass man das menschliche Denken vergangener Zeiten nicht verstehen kann, wenn man nicht den gesamten kulturellen Rahmen, in allererster Linie die Sprache, aber auch das geistige Werkzeug, die Medien, die Institutionen des Wissens usw. in die Untersuchung einbezieht. Was ehemals Ideengeschichte war, ist inzwischen zu einer umfassenden "historischen Semantik" weiterentwickelt worden, die danach fragt, auf welche Weise zu verschiedenen Zeiten überhaupt welcher Sinn hervorgebracht wurde.

Der Band versammelt erstmals eine Reihe von grundlegenden konzeptionellen Aufsätzen aus verschiedenen nationalen Wissenschaftskulturen – von der angelsächsischen Intellectual History über die deutsche Begriffsgeschichte und die französische Mentalitätengeschichte bis hin zu Wissenssoziologie, Diskursanalyse und Systemtheorie –, um deutlich zu machen, wie tiefgreifend sich die Geschichtsschreibung des menschlichen Denkens im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert hat. Das Buch vermittelt nicht nur die Geschichte der Ideengeschichte in den wichtigsten Grundzügen, sondern zeigt auch, wie Ideengeschichte – im weitesten Sinne des Wortes – heute geschrieben werden kann. Eine ausführliche Einleitung dient der allgemeinen Orientierung über die wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhänge; eine Kurzbibliographie erleichtert das Weiterlesen.

"… kommt der hier anzuzeigende, überaus verdienstvolle Sammelband – der keineswegs nur für Historiker, sondern insbesondere auch für Politikwissenschaftler und Soziologen von Interesse ist – zur rechten Zeit. […] liegt der Wert des Bandes gerade in der gelungenen Auswahl, in der Tatsache, dass die Arbeiten hier an einem Ort zusammengestellt sind, sowie nicht zuletzt in der ausgezeichneten Einleitung der Herausgeberin (S. 7–42). Stollberg-Rilinger gelingt es hier, die Entwicklung der Ideengeschichtsschreibung seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert konzise zu skizzieren. Dabei arbeitet sie die Eigenart der vorgestellten Ansätze treffend heraus, weist auf kritische Aspekte hin und betont schließlich neben den Differenzen auch die Konvergenzen vor allem der jüngeren Ansätze."

Michael Henkel, Das Historisch-Politische Buch 58, 2010/6

"Wer sich unter veränderten Zeitgegebenheiten anschickt, tragfähige Alternativen in die ideengeschichtliche Diskussion einzuführen, muss zwangsläufig einen Mehrwert an epistemologischer und methodologischer Plausibilität und Überzeugungskraft generieren und mobilisieren, um jenes festgefügte mächtige Theorienkonstrukt ernsthaft nicht nur herauszufordern, sondern darüber hinaus dessen Grenzen und Beschränkungen aufzeigen und den Nachweis der eigenen innovatorischen Kraft führen. So entsprach es dem Anspruch der Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger, der Herausgeberin des vorliegenden Textbuches, in welchem sie in ihrer der Sammlung vorangehenden famosen, äußerst luziden, verständlich gehaltenen und verständnisvollen Einleitung ideentheoretische Konzepte präsentiert, die einesteils von programmatisch einflussreichem Rang sind, andernteils aber sich 'ausdrücklich gegen die Ideengeschichte wenden und sich selbst gerade nicht als solche verstehen, die aber dazu beigetragen haben, dass Ideengeschichte heute nicht mehr so geschrieben werden kann wie vor fünfzig Jahren.'"

Arno Mohr, Politische Vierteljahresschrift 52, 2011/4

"Die ausführliche Einleitung der Herausgeberin führt in das Problemfeld ein, so daß vor allem Studierende der Geschichte mittels des Bandes mit den wichtigsten hermeneutischen Fragestellungen im Widerstreit von Rekonstruktion und Aktualisierung historischer Ideen bekannt gemacht werden. Der Band bietet tatsächlich Basis-Texte, die wie schon im Fall der Texte zur Kulturgeschichte eine gute Grundlage für den Seminarunterricht bieten."

Till Kinzel, Informationsmittel (IFB), 2010/4

"Insgesamt sollte dieser Sammelband nicht nur aufgrund der hochkarätigen Beiträge, was Ideengeschichte leisten kann, sondern auch der fundierten Einleitung Pflichtlektüre jedes politikwissenschaftlichen Forschers sein, der noch etwas für Grundsatzfragen übrig hat."

Frank Schale, www.pw-portal.de/index.php?option=com_lqm&query=6&Itemid=2&task=showresults&ID_Buch_Link=39211

"Barbara Stollberg-Rilinger hat in verdienstvoller Weise den Versuch unternommen, bisher nur verstreut vorliegende, nicht nur für die Entwicklung der Ideengeschichte als Disziplin wichtige Texte in einem Sammelband zu publizieren und damit leicht zugänglich zu machen. […] Mit der hier vorliegenden Textsammlung [liegt] ein ideengeschichtlicher Kanon vor, der vorzüglich in der universitären Lehre eingesetzt werden kann und vielfältige Anknüpfungspunkte für kritische Diskussionen und Weiterentwicklungen bietet."

Thomas Noetzel, www.uni-marburg.de/fb03/politikwissenschaft/pi-nip/rezensionen/buecher/stollrilnoetzel.pdf

"Si tratta, in conclusione, di un volume ben curato e ben organizzato, in grado di offrire molteplici spunti di riflessione e, come tale, idoneo a essere oggeto d'itense duscussioni seminariali."

Federico Trocini, Ricerche di Storia Politica, 2012/3
Reihe Basistexte – Geschichte
Band 6
ISBN 978-3-515-09447-4
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2010
Umfang 235 Seiten
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch