Russische Autokratie und Europäische Medizin

Organisierter Wissenstransfer im 18. Jahrhundert

Russische Autokratie und Europäische Medizin

Organisierter Wissenstransfer im 18. Jahrhundert

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Warum haben alle russischen Zaren im 18. Jahrhundert erheblichen Aufwand betrieben, um Ärzte von westeuropäischen Universitäten abzuwerben und im eigenen Land eine entsprechende Medizinerausbildung einzurichten? Sicherlich war das fremde Wissen teuer und seine therapeutische Überlegenheit fragwürdig – doch es half beim Aufbau einer Medizinalverwaltung, in der Standardisierung der Militärmedizin, in der Erziehung der Untertanen.

Wie tief wirkte aber die neue Medizin tatsächlich in Kultur und Gesellschaft? Anhand von Fallstudien zu Krankheiten, Natur- und Körpervorstellungen lässt sich zeigen, dass zumindest in der Elite die säkulare, "westliche" Medizin Zuspruch fand, wenn sie auch die überkommene Heilkunde nicht verdrängte. Der medizinische Wissenstransfer war nicht die natürliche Ausbreitung eines überlegenen Wissens, sondern ein vielschichtiger Rezeptionsprozess – auf der politischen Ebene wie auf der persönlichen.

"Dieses Buch hätte längst geschrieben werden sollen. Doch zwei strukturelle Besonderheiten der deutschen Geschichtswissenschaft haben es bisher verhindert: die äußerst seltene Kenntnis osteuropäischer Sprachen unter den Medizinhistorikern und das ebenfalls seltene Interesse der Osteuropaspezialisten an medizinhistorischen Fragen. Andreas Renner hat mit seiner Kölner Habilitationsschrift diesem Desiderat ein Ende bereitet."

Daria Sambuk, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-4-112

"Renner well deserves his Habilitation: this is a landmark contribution to the history both of Russian medicine and of the modernizing processes at work in the Empire in the eighteenth  century."

Roger P. Bartlett, Slavonic and East European Review 90, 2012/4

"Als interdisziplinäres Werk leistet dieser Band einen wertvollen Beitrag im Hinblick auf die Einbindung der 'europäischen Medizin' in den russischen Staatsapparat und wird sicher auch dankbare Leser finden."

Herwig Gödeke, ABDOS-Mitteilungen 30, 2010/2
Reihe Medizin, Gesellschaft und Geschichte – Beihefte
Band 34
ISBN 978-3-515-09640-9
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2010
Umfang 373 Seiten
Abbildungen 9 s/w Tab.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch