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Christian Saehrendt

Kunst im Kampf für das "Sozialistische Weltsystem"

Auswärtige Kulturpolitik der DDR in Afrika und Nahost

2017.
164 S., 31 s/w Fotos.
Gebunden
ISBN 978-3-515-11722-7

Kurztext

Viele afrikanische und arabische Nationen erlangten ihre Unabhängigkeit erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1955 und 1975 ergab sich in diesem Kontext für den Realsozialismus eine historische Chance zur globalen Expansion. Als Juniorpartner der UdSSR engagierte sich auch die DDR in Afrika und Nahost. Ihr Ziel: die Integration afrikanischer und arabischer Staaten in ein "Sozialistisches Weltsystem". Zu ihrem außenpolitischen Instrumentarium gehörten dabei nicht zuletzt auch Kunst und Bildung. Ausstellungsaustausch, Stipendienprogramme und Hilfe beim Aufbau neuer Kunstakademien sollten bei der inneren Formierung der jungen Nationen des Globalen Südens eine wichtige Rolle spielen.

Im Zentrum der Studie stehen die kulturpolitischen Beziehungen der DDR zu Syrien, dem Irak, Palästina, Äthiopien, Angola und Mosambik. Auf welche Weise leistete Kunst aus der DDR einen Beitrag zum sozialistischen Nation Building in diesen Ländern? Gab es einen nennenswerten Transfer von Künstlern, Wissenschaftlern und Artefakten? Und wie erfolgreich war diese Kooperation tatsächlich?

Der Autor im Interview

Warum waren Kunst und Kultur für das sozialistische Nation-Building der DDR so wichtig?
Für die DDR dienten Kunst und Kultur der politischen Legitimation. Außerdem sollte Kunst dazu beitragen, den "Neuen Menschen", die "allseits entwickelte sozialistische Persönlichkeit" zu formen – es ging also um nichts weniger als die Identität der DDR und ihre Abgrenzung zum Westen. Den neuen Nationen des Weltsüdens empfahl die DDR daher die Entwicklung einer neuen "Nationalkultur", um sich von den westlichen Kolonialmächten abzugrenzen.

Womit hätten Sie vor Ihrer Recherche am wenigsten gerechnet?
Obwohl der Kulturaustausch mit den Nationen des Südens auf staatlicher Ebene organisiert war, überrascht das große Engagement Einzelner – private Initiativen und Künstlerfreundschaften trugen die kulturelle Expansionspolitik der DDR.

Ein Buch auch für Nicht-Kunsthistoriker?
Das Buch ist informativ und lesbar für alle, die sich mit der Geschichte des Sozialismus, der Dekolonialisierung und der politischen Bedeutung von Kunst auseinandersetzen und nimmt zudem Bezug auf die gegenwärtige internationale Lage: Es wirft die Frage auf, ob Kunst heute als Mittel internationaler Diplomatie und des Nation-Building dienen kann.


Christian Saehrendt

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