Medizin, Gesellschaft und Geschichte 44 (2026)
Seuchengeschichte lässt sich im Rahmen der Sozialgeschichte der Medizin aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln: Eine Studie rekonstruiert auf quellenkritischer Basis die Funktion eines Wiener Seuchenlazaretts im Dreißigjährigen Krieg, eine andere demonstriert anhand von Influenzadaten aus der Schweiz (1881–1995) das Potential digitaler Methoden wie der ARIMA-Modelle. Dabei wird die Notwendigkeit kritischer Quellen- und Datenprüfung auch bei KI-gestützter Forschung betont. Ein weiterer Beitrag analysiert die autobiographische Selbstdeutung eines Mediziners im Kontext der Aufarbeitung von NS-Verstrickungen. Zudem wird gezeigt, wie technische Innovationen medizinische Praxis verändern: Neue Injektionsmethoden bei Diabetes wurden erst bei spürbarer Verbesserung der Lebensqualität akzeptiert. Außerdem wird die Rolle der Pflege in der Entwicklung der Dialyse und der Beziehung zwischen Pflegenden und Patient:innen beleuchtet.
Abschließend widmen sich zwei Beitragende der Homöopathie und der komplementären Medizin: Sie plädieren für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen und schlagen eine Arbeitsdefinition „Traditioneller Medizin“ im deutschsprachigen Raum vor.
| Reihe | Medizin, Gesellschaft und Geschichte |
|---|---|
| Band | 44 |
| ISBN | 978-3-515-14343-1 |
| Medientyp | Buch - Kartoniert |
| Auflage | 1. |
| Copyrightjahr | 2026 |
| Verlag | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Umfang | 252 Seiten |
| Abbildungen | 1 s/w Abb., 23 farb. Abb., 4 s/w Tab. |
| Format | 17,0 x 24,0 cm |
| Sprache | Deutsch |