Die 'Rhetorik' des Aristoteles ist von fundamentaler Bedeutung für die Geschichte der Rhetorik nicht nur der griechisch-römischen Antike, sondern auch der nachfolgenden Epochen bis in die Moderne. Gleichwohl handelt es sich bei ihr nicht etwa um einen Versuch, den Gegenstand zeitübergreifend zu fassen; vielmehr situiert Aristoteles die öffentliche Rhetorik in den Poleis seiner Zeit und den dortigen kommunikativen Settings. Allerdings bildet er diese nicht einfach ab, sondern positioniert sich hierzu in einem diskursiven Verhältnis. Karen Piepenbrink untersucht erstmals systematisch die Relation der Schrift zu ihrem historischen Kontext, speziell zur praktischen Rhetorik. Sie fragt hierbei nach Parallelen wie auch Differenzen und beleuchtet diese im Hinblick auf ihre Ursachen. Dabei nimmt Piepenbrink die Frage nach der Intention des Textes ebenso in den Blick wie soziopolitische und rezeptionsästhetische Aspekte, aber auch mögliche philosophische Prämissen des Autors.
Karen Piepenbrink ist Professorin für Alte Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen zeitlich das archaische und klassische Griechenland, die römische Republik und die Spätantike. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte im Bereich der politischen Ordnungen und deren zeitgenössischer Perzeption, der antiken Philosophie und Rhetorik in ihrem historischen Kontext, dem antiken Christentum, der Transformation des Römischen Reiches in der Spätantike sowie der komparatistischen Betrachtung antiker und moderner Demokratien.
Herausgegeben von Kai Brodersen (federführend), Christelle Fischer-Bovet, Mischa Meier, Sabine Panzram, Henriette van der Blom und Hans van Wees.
Ebenso wie die Historia. Zeitschrift für Alte Geschichte widmen sich die Einzelschriften der Erforschung der gesamten Epoche der griechisch-römischen Antike, d.h. der frühen wie der klassischen griechischen Geschichte, der Geschichte des Hellenismus, der Römischen Republik, der römischen Kaiserzeit und der Spätantike. Sie schließen dabei neben den politisch-historischen sowie wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Fragestellungen auch historiographische, religions- wie rechtshistorische, archäologische, numismatische und epigraphische Themen ein – sowie Untersuchungen zur Forschungsgeschichte der Altertumswissenschaften.
Gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg von dem deutschen Althistoriker Karl Friedrich Stroheker und dem schweizerischen Althistoriker Gerold Walser, sind in den Einzelschriften mittlerweile über 230 Monographien erschienen – in englischer, deutscher, französischer und italienischer Sprache.