Sprachwandel und Kognition

Elektrophysiologische Untersuchungen zu Synchronisierungen im Varietätenkontakt

Sprachwandel und Kognition

Elektrophysiologische Untersuchungen zu Synchronisierungen im Varietätenkontakt

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Durch die immer stärker werdende Mobilität kommen Sprecher verschiedener Varietäten häufig miteinander in Kontakt. In der Interaktion entstehen aufgrund der unterschiedlichen Kompetenzen der Sprecher häufig Missverständnisse, die auf lange Sicht zu Sprachwandel führen können.

Manuela Lanwermeyer weist die theoretische Annahme interdialektaler Missverständnisse erstmals anhand neuronaler Daten zu den deutschen Dialekten nach und führt hierzu EEG-Experimente zum überregionalen Verstehen verschiedener dialektaler Phoneme durch. Bei dem untersuchten Phänomen handelt es sich um die dialektalen Varianten des mittelhochdeutschen ô-Phonems im bairisch-alemannischen Übergangsgebiet und im Rheinfränkischen, die Beispiele für phonologischen Wandel und diachrone Konstanz repräsentieren. Lanwermeyer zeigt, dass die Varianten der beiden Dialekträume unterschiedlich verarbeitet und bewertet werden und diskutiert die Ergebnisse im Zusammenhang mit aktuellen Theorien zum Sprachwandel und zur Sprachverarbeitung. Mit den Ergebnissen belegt Lanwermeyer nicht nur, dass Varietätenkontakt die Sprachverarbeitung generell beeinflusst, sondern sie zeigt auch wie interdialektale Verstehensprobleme Dialektwandel auslösen können.

Reihe Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik – Beihefte
Band 177
ISBN 978-3-515-12019-7
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2019
Umfang 264 Seiten
Abbildungen 40 s/w Abb., 14 farb. Abb., 19 s/w Tab.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch