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Franz Steiner Verlag
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Julia Carina Böttcher

Beobachtung als Lebensart

Praktiken der Wissensproduktion bei Forschungsreisen im 18. Jahrhundert

2020.
422 S., 2 s/w Abb., 13 farb. Abb.
Gebunden
ISBN 978-3-515-12721-9

Kurztext

Wie funktionierte Wissenschaft auf Reisen? Naturforschung bedurfte unter den Bedingungen der Reise besonderer methodischer Absicherung, um ihre Ergebnisse in den Bestand gesicherten Wissens überführen zu können. Dies geschah durch die Regulierung, Kontrolle und Habitualisierung der zentralen Methode des Erkenntnisgewinns: der wissenschaftlichen Beobachtung. Wissenschaftler gingen auf Reisen nach einem ganz bestimmten Muster vor, sodass auch für andere, die nicht mit dabei waren, nachvollziehbar war, wie sie unterwegs gearbeitet hatten.

Julia Carina Böttcher untersucht die Praktiken der Wissensproduktion bei Forschungsreisen im 18. Jahrhundert. Durch eine systematische Analyse verschiedener umfassend dokumentierter Reisen rekonstruiert sie das Handlungsmuster der Beobachtung. Die für den Erkenntnisgewinn zentrale Tätigkeit des Beobachtens wird so als methodisch kontrollierte Form der Wissensproduktion charakterisiert. Der Mythos des Forschungsreisenden, der sich bis heute mit Namen wie Alexander von Humboldt oder Georg Forster verbindet, wird so in den größeren Rahmen einer vergleichenden Perspektive eingebettet.

Die Autorin im Interview

Welche Bedeutung hat die „Beobachtung“ heutzutage für die Wissenschaft?
Sie ist unverzichtbar! Die wissenschaftliche Beobachtung ist wie das Experiment eines der grundlegenden Verfahren des Erkenntnisgewinns in allen empirischen Wissenschaften.

Für Ihre Untersuchung haben Sie die Tagebücher von Forschungsreisenden herangezogen – welche Geschichte ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Faszinierend ist, welch unterschiedliche Gestalt Beobachtungen annahmen, je nachdem, wo und für wen sie festgehalten wurden: Schnelle Notizen und rasche Skizzen direkt vor Ort, wobei auch die Tagebücher selbst die Spuren der Reisestrapazen tragen, dann sorgfältige Ausarbeitungen, Korrekturen, Ergänzungen. Schließlich die Veröffentlichung des Bestseller-Reiseberichts, in dem so manche Umstände des Wissensgewinns vergessen sind, etwa der Diener, der den Gipfel eines Vulkans allein bestieg, weil dem Naturforscher die Puste ausging.

Wer kommt an Ihrer Studie nicht vorbei?
Was Reisende unterwegs taten, um die Natur zu erforschen und ihre Erkenntnisse für andere nachvollziehbar zu machen – alle, die sich dafür interessieren, mögen an Bord gehen!

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