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Franz Steiner Verlag
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Andrea Renker

Streit um Vergil

Eine poetologische Lektüre der Eklogen Giovanni del Virgilios und Dante Alighieris

2021.
348 S.
Gebunden
ISBN 978-3-515-12817-9

Kurztext

Die "Eklogen" Dante Alighieris stehen gerade im deutschen Sprachraum nach wie vor im Schatten der scheinbar alles überragenden Commedia des Florentiner Dichters. Gegen Ende seines Lebens entstanden, oszilliert der lateinisch-sprachige Briefwechsel mit dem Bologneser Grammatiker Giovanni del Virgilio zwischen vergilischer Bukolik, christlicher Allegorese und zeitgenössischer Poetik. Raffiniert kontert Dante Giovannis Vorwurf, mit seiner in italienischem volgare verfassten Commedia "Perlen vor die Säue" geworfen zu haben. Auf dem Prüfstand steht in ihrer vierteiligen Debatte der Wert der Antike in einem fundamental im Wandel begriffenen Europa zwischen Spätmittelalter und Frührenaissance.

Andrea Renker nimmt in dieser wegweisenden Untersuchung die intertextuellen Bezüge der Korrespondenz zu ihren klassischen, biblischen und zeitgenössischen Prätexten in den Blick und zeichnet anhand dessen ein systematisches Bild der widerstreitenden poetologischen Profile. Damit wirft sie ein Schlaglicht auf die von der Forschung nach wie vor wenig beachteten Eklogenbriefe, die nichts Geringeres beinhalten als das poetologische Testament des Florentiner Dichters.

Die Autorin im Interview

Die Commedia von Dante Alighieri ist weithin bekannt. Warum lohnt es sich dennoch, sich mit seinen weniger bekannten "Eklogen" zu beschäftigen?
Schon da es sich um Dantes einzige lateinische Dichtung handelt, die wir überliefert haben. Dante, dem sonst gerade an der italienischen Volkssprache gelegen ist, stellt hier virtuos seine Könnerschaft als lateinischer Dichter und Erbe des großen Vergil unter Beweis. Darüber hinaus geben die Eklogen Antworten auf die brisante Frage, wie es nach seiner Reise durchs Jenseits weitergeht.

Die Authentizität der Briefe wird in der Forschung häufig angezweifelt. Wieso gehen Sie von der Echtheit des Briefwechsels aus?
Die Eklogenbriefe bieten eine Deutungsmöglichkeit für Dantes Auslegung der Alten Dichter – und das so plausibel, dass sie Danteleser seit Jahrhunderten überzeugt haben. Von Dantes tatsächlicher Autorschaft ist ihre poetologische Aussagekraft insofern unabhängig und auch für meine Untersuchung nachrangig.

Für welche Bereiche bietet Ihr Buch neue Erkenntnisse?
Im Fokus meiner Studie steht die Korrespondenz als poetologischer Streit um das antike Dichtungserbe. Sie ist somit vor allem für die Bereiche der Danteforschung und der Vergilrezeption interessant, für die Italienische ebenso wie für die Lateinische Philologie.

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