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Franz Steiner Verlag
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Rainald Becker

Nordamerika aus süddeutscher Perspektive

Die Neue Welt in der gelehrten Kommunikation des 18. Jahrhunderts

2012.
424 S., 13 s/w Abb., 2 farb. Abb., 9 s/w Tab.
Gebunden
ISBN 978-3-515-10185-1

Kurztext

Gab es süddeutsche Amerika-Bilder? Rainald Becker nimmt die (Nord-)Amerika-Wahrnehmungen im Süddeutschland des "langen" 18. Jahrhunderts von 1648 bis 1776 in den Blick. Obwohl hier keine koloniale Basis bestand, spielten sie für das zeitgenössische Bewusstsein eine dominante Rolle. Insbesondere die Kommunikationsmilieus der gelehrten Kultur – Jesuiten und Pietisten, reichsstädtische Eliten und Beamte im Fürstenstaat – befassten sich mit Amerika und verliehen der Neuen Welt eigene Konturen: als Zufluchtsort der Heilsgeschichte, als Szenarium weltpolitischer Konfliktdynamiken oder wissenschaftlicher Umwälzungen.

Der Autor plädiert für eine regionalisierte Betrachtungsweise globalgeschichtlicher Interaktions-, Transfer- und Aneignungsprozesse. Jenseits des Exotentopos im Humanismus, lange vor den Freiheitsutopien der Aufklärung erschließt er so den differenzierten Umgang mit der Neuen Welt im süddeutschen Barock: Westernisierung und Nordamerikanisierung – diese beiden schon im 18. Jahrhundert einsetzenden Grundtendenzen erfassten auch süddeutsche Lebenswelten und brachten im meerfernen backcountry der Atlantischen Welt originelle Deutungsansätze hervor.

Die Arbeit wurde von der Forschungsstiftung Bayerische Geschichte mit dem Heinrich-von-Leveling-Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Landeshistoriographie ausgezeichnet.

Rezensionen

"Becker has written the most detailed study to date of the Amerika-Rezeption in a particular region of Germany."
James van Horn Melton, Francia-Recensio, 2014/3

"Der vorliegenden Studie kommt das Verdienst zu, ein bislang wenig beachtetes Korpus geographischer und historiographischer Werke für die Geschichte der Amerika-Wahrnehmung erschlossen zu haben, dessen weitere Erforschung auch im Hinblick auf die Rezeption anderer Weltreligionen aufschlussreich sein dürfte. Darüber hinaus gelingt es Rainald Becker, die fein differenzierten Ergebnisse seiner Fallstudien immer wieder konzise auf den Punkt zu bringen und sie mit seiner übergeordneten Argumentation zu verknüpfen. […] Man [wird] sein Buch künftig zu den Grundlagenwerken über den frühneuzeitlichen mitteleuropäischen Amerikadiskurs zählen können."
Mark Häberlein, SEHEPUNKTE 13, 2013/7+8, 15.07.2013

Dieser Band wurde außerdem rezensiert von:

Ulrike Kirchberger, Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 35, 2016

Josef Köstlbauer, MIÖG 123, 2015

Hermann Wellenreuther, Zeitschrift für Historische Forschung 41, 2014/4

Ulrich van der Heyden, Magazin für Amerikanistik. Zeitschrift für amerikanische Geschichte, 2013/2

Ingo Löppenberg, Das Historisch-Politische Buch 61, 2013/6

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