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Franz Steiner Verlag
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Brigitte Ganswindt

Landschaftliches Hochdeutsch

Rekonstruktion der oralen Prestigevarietät im ausgehenden 19. Jahrhundert

2017.
302 S., 3 s/w Abb., 3 farb. Abb., 49 s/w Tab.
11 Farb- und 14 s/w-Karten, Kartoniert
ISBN 978-3-515-11679-4

Kurztext

Bereits lange vor der Etablierung einer nationalen Standardaussprache haben sich Sprecher in der mündlichen Kommunikation einer Form des Hochdeutschen bedient, wenn sie entweder überregional verstanden werden oder durch ihre Sprachverwendung ein gewisses Prestige erlangen wollten. In der Wissenschaft besteht Konsens, dass dieses landschaftliche Hochdeutsch regional divergent und zudem dialektal geprägt gewesen sein muss. Eine empirische Basis für diese Annahme fehlte bisher jedoch weitgehend. Brigitte Ganswindt rekonstruiert erstmals das landschaftliche Hochdeutsch des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf einer breiten empirischen Grundlage hinsichtlich seiner phonetisch-phonologischen Merkmale. Sie zeigt, dass das landschaftliche Hochdeutsch je nach Region unterschiedlich stark regional bzw. dialektal geprägt war. Mit den Ergebnissen belegt Ganswindt nicht nur, dass die historische Prestigevarietät hinsichtlich ihrer lautlichen Merkmale diatopisch verschieden war, sie zeigt auch Raumstrukturen des landschaftlichen Hochdeutsch auf und zeichnet seine Entwicklung zu den modernen standardnahen Registern nach.

Die Arbeit wurde 2018 ausgezeichnet mit dem Nachwuchspreis für herausragende Dissertationen der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD).

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Rezensionen

"Dabei hat [Brigitte Ganswindt] sich mit der Fokussierung auf historische Mündlichkeit auf ein ebenso schwieriges wie spannendes Forschungsfeld begeben, das sie mit der Hinwendung zu neuen Quellen, detaillierter Recherche, dem Einsatz statistischer Methoden und der Nutzung informationstechnischer Möglichkeiten überzeugend erschlossen hat."
Viola Wilcken, Niederdeutsches Jahrbuch, 2018

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