Literatur und Pest
Literatur und Pest
Die komparatistische und interkulturell ausgerichtete Studie untersucht die Pest in ihrer Poetogenität. Diese besteht zum einen in der Begründung des literarischen Genres des Plague Writing, dessen Funktionen für die kulturelle wie gesellschaftliche Verhandlung von Epi- und Pandemien rekonstruiert werden. Poetogen ist die Pest zum anderen insofern, als sie formative Effekte auf literarische Elemente haben kann, etwa auf Figurenprofile, spezifische Schreibweisen und allegorische Bedeutungskonstitution.
Der erste Teil bietet einen Überblick über die drei Pestpandemien und führt in die medizinischen, politischen und religiösen Seuchendiskurse von der Antike bis zum Aufstieg der Bakteriologie um 1900 ein. Der zweite Teil widmet sich entlang eines historischen Längsschnitts von der Renaissance bis zur unmittelbaren Gegenwart ausgewählten Beispielen des Plague Writing. Er umfasst Lektüren unter anderem zu Boccaccio, Ripa, Abraham a Sancta Clara, Defoe, Schiller, Mary Shelley, Jacobsen, Camus, Stern und Kampmann. Obwohl der Fokus der Studie aufgrund des ikonischen Status der Pest auf dieser liegt, werden auch andere Seuchen wie Cholera, COVID-19 und Syphilis einbezogen, sofern es zwischen ihnen und der Pest zu diskursiven Engführungen kommt.
| Reihe | Medical Philologies / Medizinische Philologien |
|---|---|
| Band | 3 |
| ISBN | 978-3-515-14150-5 |
| Medientyp | Buch - Gebunden |
| Auflage | 1. |
| Copyrightjahr | 2026 |
| Verlag | Franz Steiner Verlag GmbH |
| Umfang | 603 Seiten |
| Abbildungen | 3 s/w Abb., 23 farb. Abb. |
| Format | 17,0 x 24,0 cm |
| Sprache | Deutsch, Englisch, Italienisch |