Literatur und Pest

Zur Poetogenität einer ikonischen Seuche

Literatur und Pest

Zur Poetogenität einer ikonischen Seuche

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Geplanter Erscheinungstermin: 09/2026

Die komparatistische und interkulturell ausgerichtete Studie untersucht die Pest in ihrer Poetogenität. Diese besteht zum einen in der Begründung des literarischen Genres des Plague Writing, dessen Funktionen für die kulturelle wie gesellschaftliche Verhandlung von Epi- und Pandemien rekonstruiert werden. Poetogen ist die Pest zum anderen insofern, als sie formative Effekte auf literarische Elemente haben kann, etwa auf Figurenprofile, spezifische Schreibweisen und allegorische Bedeutungskonstitution.

Der erste Teil bietet einen Überblick über die drei Pestpandemien und führt in die medizinischen, politischen und religiösen Seuchendiskurse von der Antike bis zum Aufstieg der Bakteriologie um 1900 ein. Der zweite Teil widmet sich entlang eines historischen Längsschnitts von der Renaissance bis zur unmittelbaren Gegenwart ausgewählten Beispielen des Plague Writing. Er umfasst Lektüren unter anderem zu Boccaccio, Ripa, Abraham a Sancta Clara, Defoe, Schiller, Mary Shelley, Jacobsen, Camus, Stern und Kampmann. Obwohl der Fokus der Studie aufgrund des ikonischen Status der Pest auf dieser liegt, werden auch andere Seuchen wie Cholera, COVID-19 und Syphilis einbezogen, sofern es zwischen ihnen und der Pest zu diskursiven Engführungen kommt.

Reihe Medical Philologies / Medizinische Philologien
Band 3
ISBN 978-3-515-14150-5
Medientyp Buch - Gebunden
Auflage 1.
Copyrightjahr 2026
Verlag

Franz Steiner Verlag GmbH
Maybachstr. 8
70469 Stuttgart

Umfang 603 Seiten
Abbildungen 3 s/w Abb., 23 farb. Abb.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch, Englisch, Italienisch